Gold tut sich schwer, eine klare Richtung zu finden. Nach einem frischen Wochentief zeigt sich das Edelmetall am Mittwoch nur moderat erholt, während Händler mit Spannung auf die Veröffentlichung der jüngsten FOMC-Sitzungsprotokolle warten. Die Gemengelage aus steigenden Anleiherenditen, einem schwankenden Dollar und divergierenden Zinserwartungen sorgt für ein zähes Ringen um die Richtung.
Anleiherenditen als Bremsklotz
Zuletzt hatten steigende US-Staatsanleiherenditen, die sich Höchstständen aus dem Jahr 2007 näherten, das zinslose Gold spürbar unter Druck gesetzt. Die Feinunze verlor dabei rund 21 Dollar auf 4.394 Dollar. Parallel dazu hält das Patt zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise gestützt, was die Inflationsrisiken erhöht und paradoxerweise sowohl für höhere Renditen als auch für eine gewisse Absicherungsnachfrage nach Gold sorgt.
Diese Gemengelage erklärt, warum Gold zwar innerhalb seiner jüngsten Spanne verharrt, technisch aber weiterhin oberhalb wichtiger gleitender Durchschnitte notiert. Nachlassende Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed im September bieten dem Metall zumindest etwas Halt.
Gold gegen Platin: Ein Kontrastprogramm
Während Gold in den vergangenen Handelstagen eine dritte Erholungssession in Folge verzeichnete, geriet Platin unter Verkaufsdruck. Anleger nahmen nach einer mehrwöchigen Erholungsrally Gewinne mit, zusätzlich belasteten Sorgen um die Autonachfrage und den wachsenden Anteil von Elektrofahrzeugen die Stimmung. Das Verhältnis von Gold zu Platin kletterte dadurch auf einen Tageshöchststand von 2,5308 – deutlich über dem Eröffnungsniveau.
Der Rückenwind für Gold speist sich dabei auch aus einem breiteren Risiko-Off-Umfeld: US-Aktienindizes gaben zeitweise spürbar nach, während der Dollar in der Nähe mehrmonatiger Tiefstände verharrte. Beides begünstigt traditionell die Nachfrage nach dem sicheren Hafen.
In Indien, einem der größten physischen Goldmärkte weltweit, zog der Preis unterdessen leicht an – auf 13.394,54 indische Rupien pro Gramm, nach 13.343,30 Rupien am Vortag. Ein Signal dafür, dass die physische Nachfrage trotz der Unsicherheit an den Finanzmärkten intakt bleibt.
Die nächsten Wochen dürften richtungsweisend werden: Neben den FOMC-Protokollen blicken Marktteilnehmer auf die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh beim Jackson-Hole-Symposium. Beide Termine gelten als zentrale Wegmarken für den weiteren geldpolitischen Kurs und damit auch für die Richtung des Goldpreises.
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