Die US-Börsenlandschaft steht vor einem außergewöhnlichen Jahr. Goldman Sachs prognostiziert für 2026 ein Rekordjahr bei Börsengängen – mit Erlösen von bis zu 160 Milliarden Dollar. Das wäre eine Vervierfachung gegenüber dem Vorjahr und würde die bisherigen Höchststände übertreffen. Verantwortlich dafür: Eine Kombination aus verbessertem Wirtschaftswachstum, steigenden Aktienkursen und lockereren Finanzierungsbedingungen.

Die Wall-Street-Bank rechnet mit rund 120 Börsengängen in diesem Jahr – doppelt so viele wie 2025. Bereits jetzt haben zwölf Unternehmen etwa fünf Milliarden Dollar eingesammelt, darunter der KI-Ausrüster Forgent Power und das Biopharma-Unternehmen Eikon Therapeutics. Der Nvidia-Rivale Cerebras Systems, kürzlich mit 23 Milliarden Dollar bewertet, steht ebenfalls in den Startlöchern.

SpaceX und OpenAI im Fokus

Den größten Einfluss auf das IPO-Jahr dürften einige hochkarätige Tech-Namen haben. Elon Musks SpaceX, der ChatGPT-Entwickler OpenAI und die KI-Firma Anthropic könnten den Ton für den gesamten Zyklus angeben. Goldman-Analysten kalkulieren in ihrem Basisszenario mit 160 Milliarden Dollar Erlösen, in einem optimistischen Szenario wären sogar knapp 200 Milliarden Dollar möglich.

Software- und Healthcare-Unternehmen sollen die IPO-Pipeline mengenmäßig dominieren, während einige spätstufige Tech- und KI-Firmen die Haupterlöse treiben werden. Allerdings bergen gerade Software-Aktien auch Risiken: Ein frühes Jahres-Selloff im Sektor hat die Bewertungsrisiken verdeutlicht. Besonders brisant: Software macht etwa ein Viertel des IPO-Rückstaus aus.

Volatilität als Unsicherheitsfaktor

„Anhaltende Volatilität bei Aktienkursen und Unternehmensvertrauen sind die wichtigsten Makrorisiken für unsere Prognose“, warnen die Goldman-Analysten. Die erhebliche Gewichtung von Software in der Warteschlange sei ein zusätzliches Risiko. Je nach Entwicklung könnte das IPO-Volumen zwischen rund 80 Milliarden und fast 200 Milliarden Dollar schwanken.

Für Goldman Sachs selbst bedeutet ein starkes IPO-Jahr volle Auftragsbücher im Investment Banking. Als eine der führenden Adressen für Börsengänge profitiert die Bank direkt von der erwarteten Belebung. Die Prognose zeigt zugleich: Die Investmentbanker sehen die Marktbedingungen trotz jüngster Turbulenzen grundsätzlich positiv.