Während die Aktie am Dienstag im breiten Markt unter Druck geriet und rund drei Prozent verlor, macht Goldman Sachs abseits des Tagesgeschehens deutlich, wo die Bank ihr Wachstumskapital investiert: in KI-gestützte Finanztechnologie. Über ihren Growth-Equity-Arm zählt Goldman Sachs zu den Anteilseignern von Taktile, einem Anbieter für KI-basierte Entscheidungssysteme in Banken und Versicherungen.

Taktile hatte seine jüngste Finanzierungsrunde über 110 Millionen Dollar unter Führung von Goldman Sachs abgeschlossen. Insgesamt hat das 2020 gegründete Unternehmen mittlerweile 184 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt, neben Goldman Sachs Growth Equity zählen auch Index Ventures, Tiger Global, Balderton Capital und Y Combinator zu den Geldgebern.

Mit mehr als 200 Kunden, darunter Allianz, Monzo und Faire, positioniert sich Taktile als Infrastrukturanbieter für automatisierte Finanzentscheidungen in stark regulierten Branchen.

Personelle Aufstellung bei Portfoliounternehmen

Frisch vermeldet: Taktile hat mit James Broadhead einen neuen Technikchef verpflichtet. Der aus Dublin stammende Manager war zuvor bei Databricks tätig und hatte zuvor bereits das Unternehmen Neon durch eine Wachstumsphase geführt, bevor es von Databricks übernommen wurde. Parallel dazu rücken zwei bestehende Führungskräfte in neue Rollen: Mitgründer Maximilian Eber wird Präsident, Thomas Piani übernimmt als Produktchef mehr Verantwortung.

Solche Personalentscheidungen bei Portfoliounternehmen liefern für Goldman Sachs selbst keine unmittelbaren Kurstreiber. Sie zeigen aber, wie die Bank über ihre Beteiligungssparte an der Entwicklung im Fintech-Sektor mitverdient — ein Geschäftsfeld, das neben dem klassischen Investmentbanking zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Für die Aktie selbst bleibt der Blick auf das Tagesgeschäft entscheidend. Der jüngste Kursrückgang reihte sich in eine breitere Schwäche bei Mega-Cap-Werten ein, ohne dass unternehmensspezifische Auslöser erkennbar waren. Die Wachstumswette auf KI-Finanzinfrastruktur über Beteiligungen wie Taktile bleibt dabei ein längerfristiges Thema, das sich erst über mehrere Finanzierungsrunden und Exits bewerten lässt.