Der Action-Kamera-Spezialist GoPro steht vor einer tiefgreifenden Veränderung: Das Unternehmen hat gestern einen definitiven Fusionsvertrag mit Action Acquisitions LLC unterzeichnet. Im Rahmen dieses Abkommens wird die Tochtergesellschaft Starman Optical das Unternehmen in einer reinen Bartransaktion übernehmen. Die Nachricht löste an den Märkten eine deutliche Kursreaktion aus. Heute notiert die Aktie bei 1,19 € und legte damit um 9,2 % zu.
Barabfindung und strategische Neuausrichtung
Der Gesamtwert der Transaktion beläuft sich auf 285 Millionen US-Dollar. Laut offiziellen Angaben von GoPro wurde den Aktionären eine Zahlung von etwa 1,14 US-Dollar pro Aktie zugesichert.
Ein besonderes Detail des Deals ist die Klausel, wonach die bisherigen Anteilseigner zusätzlich rund 10 % am fusionierten Unternehmen behalten sollen. Laut Reuters wird GoPro nach Abschluss der Fusion, der bis zum Jahresende erwartet wird, weiterhin an der Börse gelistet bleiben.
Mit der Übernahme durch Starman Optical, einem Spezialisten für optische Transceiver für KI-Rechenzentren, vollzieht GoPro eine strategische Kehrtwende. Während die Marke bisher primär für Kameras im Sport- und Freizeitbereich bekannt war, sollen künftig verstärkt kommerzielle Märkte, der Verteidigungssektor sowie der Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) adressiert werden.
CNBC berichtete, dass dieser Schritt GoPro über das reine Endverbrauchergeschäft hinausführen soll. Bestehende Kundenprodukte und die Cloud-Plattform sollen jedoch weiterhin unterstützt werden. Ein Teil des Transaktionserlöses wird zudem genutzt, um ausstehende Schulden in Höhe von rund 92 Millionen US-Dollar vollständig zu tilgen.
Prominente Investoren und operative Verluste
Die Übernahmepläne fallen in eine Zeit hoher Volatilität für das Unternehmen. Vor dem Hintergrund der Fusionsnachricht notiert das Papier nun mit einem Abstand von 90 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Neben den institutionellen Plänen sorgte zuletzt auch die Aktionärsstruktur für Schlagzeilen. Medienberichten zufolge hat der YouTube-Creator Mark Fischbach, bekannt als Markiplier, eine Beteiligung von 8,5 % an GoPro offengelegt. Damit stieg er zum größten Einzelaktionär des Unternehmens auf.
Operativ stand GoPro zuletzt jedoch massiv unter Druck. Die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 zeigten einen deutlichen Rückgang der Geschäftstätigkeit. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 31 % auf 104,9 Millionen US-Dollar. Besonders das Hardware-Geschäft litt mit einem Minus von 40 % und einem Einbruch der ausgelieferten Kameraeinheiten um 52 % auf 197.000 Stück.
Der Nettoverlust weitete sich auf 51,0 Millionen US-Dollar aus, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Fehlbetrag von 16,4 Millionen US-Dollar verbucht worden war. Einzig der Bereich Abonnements und Dienstleistungen konnte mit einem Zuwachs von 11 % auf 29,0 Millionen US-Dollar ein positives Signal setzen.
Marktstart der Mission 1 Pro ILS
Parallel zu den Übernahmenachrichten setzt GoPro seine Produktoffensive fort. Am heutigen Mittwoch beginnt planmäßig die weltweite Auslieferung der neuen Kamera Mission 1 Pro ILS. Das Produkt wurde bereits am 26. August offiziell vorgestellt und gilt als kurzfristiger Impulsgeber für das operative Geschäft, während die langfristigen Weichen durch die Fusion mit Starman Optical neu gestellt werden.
Trotz des heutigen Kurssprungs bleibt die Aktie seit Jahresbeginn in der Bilanz im Minus, was die massiven operativen Herausforderungen verdeutlicht, denen das Unternehmen mit der strategischen Neuausrichtung begegnen will.
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