Gossamer Bio verschafft sich die nötige Luft für den Endspurt. Mit einer umfangreichen Finanzierungszusage sichert das Biotech-Unternehmen die Entwicklung seines wichtigsten Hoffnungsträgers Seralutinib bis 2028 ab. Anleger reagieren prompt: Die Aktie springt um 29 Prozent nach oben.

Dreistufiger Finanzierungsplan

Der Deal hat ein Volumen von insgesamt 250 Millionen US-Dollar. Die erste Tranche über 25 Millionen Dollar fließt bereits im August 2026 durch den Verkauf von Optionsscheinen. Der Erhalt von weiteren 125 Millionen Dollar hängt von einem entscheidenden regulatorischen Meilenstein ab.

Voraussetzung dafür ist, dass die US-Gesundheitsbehörde FDA den Zulassungsantrag für Seralutinib annimmt. Gossamer Bio plant diese Einreichung für September 2026. Die neuen Mittel finanzieren den Betrieb zusammen mit den vorhandenen Barreserven für die nächsten zwei Jahre.

Volle Kontrolle zurückgewonnen

Die Kapitalspritze folgt auf eine strategische Zäsur im Juli 2026. Das Unternehmen aus San Diego beendete die Zusammenarbeit mit der Chiesi Group. Damit liegen alle globalen Vermarktungsrechte für Seralutinib wieder vollständig bei Gossamer Bio.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Das Unternehmen behält künftig den Großteil der globalen Erträge selbst. Chiesi erhielt lediglich eine Abfindung von 5 Millionen Dollar und behält eine begrenzte Umsatzbeteiligung. Gossamer Bio kontrolliert nun das Schicksal seines Medikaments gegen Lungenhochdruck allein.

FDA signalisiert Gesprächsbereitschaft

Trotz eines knappen statistischen Misserfolgs in einer wichtigen Phase-3-Studie Anfang 2026 gab die FDA grünes Licht für die Einreichung. Die Behörde sieht in den bisherigen Daten kein Hindernis für den formalen Prozess. Das sorgt für Zuversicht unter den institutionellen Investoren.

Die Aktie notiert nach dem Kurssprung bei 0,1765 Euro. Damit kletterte das Papier innerhalb eines Monats um rund 39 Prozent. Sollte die FDA den Antrag im Herbst annehmen, fällt die Entscheidung über die Marktzulassung voraussichtlich im dritten Quartal 2027.