Ein Kurssturz von 80 Prozent an einem einzigen Tag lässt Investoren selten ruhig schlafen. Bei Gossamer Bio folgt auf das Debakel an der Börse nun die juristische Aufarbeitung. Mehrere Anwaltskanzleien werfen dem Biopharma-Unternehmen vor, Anleger über die Erfolgsaussichten seiner wichtigsten klinischen Studie getäuscht zu haben.

Vorwurf der gezielten Irreführung

Im Zentrum der Vorwürfe steht die PROSERA-Studie der Phase 3. Das Medikament Seralutinib sollte Patienten mit Lungenhochdruck helfen. Am 23. Februar 2026 gab das Unternehmen jedoch bekannt, dass das primäre Ziel verfehlt wurde. Die Verbesserung der Gehstrecke lag bereinigt nur bei etwa 13,3 Metern.

Anwälte behaupten nun, Gossamer Bio habe Probleme beim Studiendesign und der Überwachung der Testzentren verschwiegen. Insbesondere die Auswahl der Patienten in lateinamerikanischen Zentren steht in der Kritik. Dort soll ein ungewöhnlich hoher Placebo-Effekt den Erfolg der Studie gefährdet haben. Die Klageschriften legen nahe, dass das Management diese Risiken bewusst heruntergespielt hat.

Nasdaq droht mit Delisting

Parallel dazu kämpft das Unternehmen mit seinem Börsenlisting. Seit dem Absturz notiert die Aktie unter der Marke von einem US-Dollar. Die Technologiebörse Nasdaq hat Gossamer Bio bereits am 9. April darüber informiert, dass die Mindestanforderungen für eine Notierung nicht mehr erfüllt sind.

Geschädigte Investoren haben bis zum 1. Juni 2026 Zeit, sich als Hauptkläger für die Sammelklagen zu melden. Bis dahin muss das Management einen Plan vorlegen, um den drohenden Ausschluss vom Nasdaq Global Select Market abzuwenden.