Grainger hat im dritten Quartal die Erwartungen klar übertroffen und die Jahresprognose angehoben. Treiber ist ein Nachfrageschub, der laut Konzernchef D.G. Macpherson stark mit Rechenzentren und Stromerzeugung zusammenhängt. Die Aktie legte vorbörslich um 7,3 Prozent auf 1.500,02 Dollar zu und näherte sich damit ihrem Jahreshoch.

Gewinn und Marge über Plan

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 12,54 Dollar, Analysten hatten mit 11,67 Dollar gerechnet. Der Umsatz stieg um 11,3 Prozent auf 5,18 Milliarden Dollar. Bereinigt um den Ausstieg aus dem britischen Markt und Währungseffekte wuchs er sogar um 14,9 Prozent.

Die operative Marge verbesserte sich bereinigt um 90 Basispunkte auf 16,1 Prozent. Das Wachstum kam aus beiden Segmenten. Das Kerngeschäft High-Touch Solutions legte um 13,8 Prozent zu, das Online-Segment Endless Assortment um 19,3 Prozent. Dort wuchs die US-Plattform Zoro um rund ein Viertel, vor allem weil Bestandskunden mehr kaufen.

Der Konzern erwirtschaftete einen operativen Cashflow von 661 Millionen Dollar und gab 396 Millionen Dollar an die Aktionäre zurück.

Höhere Prognose, aber Kostendruck

Für 2026 erwartet Grainger nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von 47,00 bis 48,00 Dollar, zuvor waren es 45,50 bis 47,25 Dollar. Beim Umsatz peilt das Unternehmen 19,8 bis 20,0 Milliarden Dollar an. Die operative Marge soll zwischen 16,0 und 16,2 Prozent liegen.

Der Oktober startete kräftig: Das Wachstum lag bei etwa 18 Prozent. Rund zwei Prozentpunkte davon gehen laut Management auf den Vorjahreseffekt des Regierungsstillstands zurück.

Für das Schlussquartal rechnet das Management mit einer Marge von etwa 15,5 Prozent. Höhere Bonusrückstellungen, Frachtkosten und Integrationskosten für eine zugekaufte KI-Technologie zur Bestandsverfolgung belasten. Diese Kosten dürften bis 2027 bei 10 bis 15 Basispunkten liegen. Gestützt wird die Marge im Schlussquartal durch hohe Lieferantenrabatte, die laut Macpherson im nächsten Jahr nicht in gleicher Form wiederkehren.

Preisspielraum für 2027

Preiserhöhungen vom September, die etwa ein Prozent ausmachten, wirken mit rund 70 Basispunkten ins kommende Jahr hinein. Ob Grainger zum 1. Januar weitere Preisschritte geht, hängt laut Management von Fracht- und Produktkosten ab, die der Konflikt im Nahen Osten antreibt. Entscheidungen will der Konzern zum Jahresende bekanntgeben. Kundenseitig sieht das Unternehmen bislang kaum Widerstand, weil die Nachfrage stark ist.

Konkret rechnet Macpherson für 2027 mit Rückenwind bei den Bonuskosten, die sich zurücksetzen. Eine Zahl dazu will Grainger zum Jahreswechsel nennen.