Graphite One setzt auf die nationale Sicherheit der USA. Das Unternehmen will die vollständige Importabhängigkeit bei Naturgraphit beenden. Diese Positionierung sorgt nach einer langen Durststrecke für neues Vertrauen am Markt.

Unabhängigkeit als Geschäftsmodell

Die Strategie verbindet den Abbau im Graphite Creek Vorkommen in Alaska mit einer Fabrik in Ohio. Naturgraphit ist für die US-Industrie kritisch. Bisher deckt das Land seinen gesamten Bedarf über Importe. Das Management nutzt diesen Engpass gezielt aus. Man beruft sich auf eine Anordnung des Weißen Hauses zur Absicherung von Verteidigungslieferketten.

Dieses Modell verknüpft die Rohstoffquelle direkt mit der Weiterverarbeitung. Investoren bewerten die Aussichten für heimische Ressourcen derzeit neu. Grund dafür sind strengere Beschaffungsregeln für Batterien und Rüstungsgüter.

Fortschritte bei den Genehmigungen

In Ohio hat die Umweltbehörde EPA mit der technischen Prüfung für die geplante Anlage für Anodenmaterialien begonnen. Dies ist eine Voraussetzung für die endgültige Luftreinhaltegenehmigung. Parallel dazu schreitet das Vorhaben in Alaska unter einem speziellen Bundesprogramm für beschleunigte Verfahren voran.

Dort führt das U.S. Army Corps of Engineers derzeit eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung durch. Trotz der hohen bürokratischen Hürden hält das Unternehmen am Zeitplan fest. Die Produktion soll im Jahr 2029 anlaufen.

Technisches Signal an den Markt

Die Aktie verbuchte zuletzt einen Wochengewinn von 12 Prozent. Mit einem Schlusskurs von 0,6590 Euro schob sich das Papier über wichtige Chartmarken. Es notiert nun 13 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Mehrere computergestützte Analysen stuften den Titel zuletzt auf „Kaufen“ hoch.

Der relative Stärkeindex (RSI) liegt bei 60,6 Punkten. Damit hat das Papier an Momentum gewonnen, gilt aber noch nicht als überkauft. Das steigende Handelsvolumen zum Wochenschluss unterstrich das Interesse der Marktteilnehmer.

Finanziell bleibt das Vorhaben eine enorme Aufgabe. Eine unverbindliche Zusage der staatlichen EXIM Bank stellt jedoch Kredite von über zwei Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die kommenden Wochen stehen im Zeichen der technischen Prüfberichte aus Ohio und Alaska.