Graphite One Aktie: 36 Prozent Minus seit Jahresbeginn

Graphite One verzeichnet 2026 deutliche Kursverluste, bleibt aber als Kandidat für US-Project Vault strategisch relevant.

Graphite One Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie seit Jahresbeginn rund 36 Prozent gefallen
  • Graphite Creek ist größte US-Graphitressource
  • Trump-Initiative Project Vault als Chance
  • Handelsvolumen zuletzt unterdurchschnittlich

Rund 36 Prozent im Minus seit Jahresbeginn — und trotzdem gilt Graphite One als strategisch unverzichtbar. Dieser Widerspruch prägt die Lage des kanadisch-amerikanischen Graphitentwicklers gerade besonders deutlich.

Technische Schwäche trotz politischem Rückenwind

Am Donnerstag schloss die Aktie bei 0,75 Euro. Das entspricht exakt dem 50-Tage-Durchschnitt, liegt aber rund 9,5 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1,52 Euro, das im Januar erreicht wurde, trennt den Kurs noch immer mehr als die Hälfte.

Das Handelsvolumen lag zuletzt deutlich unter dem üblichen Tagesdurchschnitt. Ein klares Zeichen: Käufer halten sich zurück.

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Graphite Creek und die US-Strategie

Graphite One besitzt mit dem „Graphite Creek“-Vorkommen in Alaska die größte Graphitressource der USA. Das Unternehmen plant eine integrierte Lieferkette — von der Alaskan Mine bis zu einem Batterieanoden-Werk östlich von Cleveland, Ohio.

Genau dieses Modell macht Graphite One zum Kandidaten für „Project Vault“. Die Trump-Regierung hat diese Initiative im Februar 2026 gestartet. Ziel ist es, US-Abhängigkeiten von ausländischen Rohstoffketten zu reduzieren. Dazu kann die Regierung direkte Eigenkapitalbeteiligungen an heimischen Bergbau- und Verarbeitungsunternehmen eingehen — finanziert über die US Export-Import Bank und den Defense Production Act.

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Wettbewerber zeigen gemischtes Bild

Der breitere Sektor entwickelt sich uneinheitlich. Focus Graphite legte zuletzt um 9,5 Prozent auf 0,46 kanadische Dollar zu. Fundamental Research bewertet die Aktie mit „Kaufen“ und einem Kursziel von 1,27 kanadischen Dollar. Zentek Ltd. hingegen schloss eine Finanzierungsrunde über 18 Millionen kanadische Dollar ab — zu einem Ausgabepreis von 1,00 kanadischen Dollar je Einheit. Der Kurs notiert seither darunter.

PwC warnte jüngst, dass Bergbauprojekte in Nordkanada und dem Yukon nur ein kurzes Zeitfenster haben, um sich in westliche Lieferketten einzugliedern. Die Nachfrage nach kritischen Mineralien — für KI-Infrastruktur, Elektrifizierung und Verteidigung — wächst schnell. Am 26. Mai kündigten regionale Behörden ein Infrastrukturpaket über 265 Millionen kanadische Dollar an. Dazu kommt der geplante Yukon-BC-Stromverbund, der industriellen Wasserkraftstrom in die nördliche Bergbauregion bringen soll.

Für Graphite One läuft die Uhr. Die strategische Logik stimmt — die Kursentwicklung spiegelt das bislang nicht wider.

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Über Dieter Jaworski 4485 Artikel

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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