Graphite One Aktie: Fahrplan bis 2031

Graphite One legt Stufenplan für US-Graphitproduktion vor, doch die Finanzierung durch die EXIM-Bank bleibt der kritische Unsicherheitsfaktor für das Projekt.

Graphite One Aktie
Kurz & knapp:
  • Nettoverlust steigt auf 9,14 Millionen US-Dollar
  • Zwei-Standort-Modell: Mine in Alaska, Fabrik in Ohio
  • EXIM-Finanzierung über 2,07 Milliarden noch nicht final
  • Vollständige Produktion ab 2031 angestrebt

Graphite One hat seinen Jahresbericht 2025 vorgelegt — und liefert damit erstmals einen detaillierten Stufenplan für den Aufbau einer vollständig amerikanischen Graphit-Lieferkette. Das Projekt ist ambitioniert, der Weg dorthin lang, und eine entscheidende Finanzierungsfrage bleibt offen.

Verlust steigt, Kapital gesichert

Der Nettoverlust für das Geschäftsjahr 2025 weitete sich auf 9,14 Millionen US-Dollar aus, nach 6,8 Millionen im Vorjahr. Ursache sind gestiegene Projektentwicklungsausgaben. Um die Kasse aufzufüllen, platzierte das Unternehmen im Februar 2026 eine öffentliche Aktienemission und erzielte damit Bruttoerlöse von 35 Millionen Kanadischen Dollar.

Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 41 Prozent an Wert verloren und notiert damit deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt — ein Spiegelbild der Unsicherheit rund um die noch ausstehende Projektfinanzierung.

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Zwei Standorte, sieben Ausbaustufen

Das Herzstück der Strategie ist ein Zwei-Standort-Modell: eine Mine am Graphite Creek in Alaska und eine Verarbeitungsanlage in Ohio. Die Ohio-Anlage soll in sieben Modulen gebaut werden, jedes mit einer Jahreskapazität von 25.000 Tonnen. Allein das erste Modul schlägt mit rund 607 Millionen US-Dollar zu Buche.

Der Betrieb in Ohio soll 2028 anlaufen — zunächst mit zugekauftem Graphit von Drittanbietern. Ab 2031 ist der vollständige Umstieg auf Material aus der eigenen Alaskagrube geplant, womit die Gesamtkapazität von 175.000 Tonnen jährlich erreicht werden soll.

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EXIM-Finanzierung bleibt das zentrale Fragezeichen

Das Genehmigungsverfahren läuft über das US-amerikanische FAST-41-Programm, das Bundesbehörden auf verbindliche Zeitpläne verpflichtet. Der Abschluss der Umweltprüfung ist für September 2026 vorgesehen. Graphite Creek war das erste Alaskaprojekt überhaupt, das auf dem FAST-41-Dashboard gelistet wurde.

Bei der Finanzierung stützt sich das Unternehmen auf unverbindliche Absichtserklärungen der US Export-Import Bank (EXIM) über insgesamt 2,07 Milliarden US-Dollar — aufgeteilt in 670 Millionen für Alaska und 1,4 Milliarden für Ohio. EXIM würde damit rund 70 Prozent des Gesamtkapitals abdecken. Die verbleibenden 30 Prozent sind noch nicht gesichert. Sollten die formellen EXIM-Anträge 2026 erfolgreich eingereicht werden, könnte der Baubeginn in Alaska bereits 2027 erfolgen.

Am 24. April 2026 legt Graphite One seinen nächsten Quartalsbericht vor. Investoren werden dabei vor allem auf den Stand des formellen EXIM-Antragsverfahrens achten — denn davon hängt ab, ob der Zeitplan für 2027 haltbar bleibt.

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Über Dieter Jaworski 2302 Artikel

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Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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