Das Management von Graphite One hat weitreichende Vollmachten erhalten. Die Aktionäre machten auf der Hauptversammlung den Weg für ein US-Listing frei. Der Aktienkurs erzählt indes eine andere Geschichte. Das Papier notiert nahe einem Mehrmonatstief.

Reverse Split und Millionen-Boni

Im Zentrum der Beschlüsse steht eine mögliche Aktienzusammenlegung. Der Vorstand darf die Papiere im Verhältnis zehn zu eins bündeln. Dieser Schritt ist strikt an einen Börsengang in den USA geknüpft. Das Unternehmen peilt dafür die New York Stock Exchange oder die NASDAQ an.

Unmittelbar nach dem Votum aktivierte das Gremium ein neues Vergütungspaket. Das Top-Management erhält knapp 5,6 Millionen erfolgsbasierte Aktienoptionen. Ein externer Berater bekommt eine weitere Million dieser Papiere zugeteilt. Die Zuteilung ist an konkrete Kursziele gekoppelt.

Kursrutsch vor der Deadline

Die Börse reagiert auf diese Pläne unterkühlt. Aktuell kostet eine Aktie lediglich 0,59 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Wert rund die Hälfte eingebüßt. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit 29,5 eine stark überverkaufte Lage.

Der Grund für die Zurückhaltung liegt in Alaska. Dort plant Graphite One den Bau der Graphite Creek Mine. Das Projekt durchläuft aktuell ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren auf Bundesebene. Die Folge: Anleger meiden das Risiko vor der finalen Entscheidung.

Der Zeitplan steht

Bis zum 29. September 2026 müssen die US-Behörden ihre Umweltprüfungen für die Mine abschließen. Im Hintergrund treibt das Unternehmen seine geplante Verarbeitungsfabrik in Ohio voran. Das Management hat kürzlich einen wichtigen Ingenieursvertrag für diese Anlage unterzeichnet. Dort will der Konzern ab Ende 2028 jährlich 25.000 Tonnen synthetischen Graphit herstellen.