Graphite One: Seltene Erden in 85 Prozent Magnet-Metalle

Im Graphite Creek-Projekt in Alaska wurden bedeutende Vorkommen seltener Erden bestätigt. Dies könnte die Förderstrategie verändern und die geopolitische Bedeutung des Vorhabens erhöhen.

Graphite One Aktie
Kurz & knapp:
  • Signifikante Funde von Dysprosium und Scandium
  • Parallele Förderung zu Graphit möglich
  • Geopolitische Relevanz durch US-Finanzierungszusagen
  • Wichtige Quartalszahlen und ITC-Entscheidung stehen an

Aus einem Graphitprojekt in Alaska wird eine potenzielle Doppelstrategie für kritische Rohstoffe. Unabhängige Analysen haben im Graphite Creek-Vorkommen signifikante Konzentrationen schwerer Seltener Erden bestätigt — ein Befund, der das Projekt strategisch neu positioniert, just zwei Tage vor dem nächsten Quartalsbericht.

Seltene Erden verändern das Bild

Die Proben zeigen erhöhte Gehalte an Dysprosium, Yttrium und Scandium. Rund 85 Prozent des gefundenen Materials entfällt auf begehrte Magnetmetalle und schwere Seltene Erden. Dysprosium und Scandium stehen auf der US-Liste kritischer Mineralien — ihre heimische Gewinnung hat damit direkte geopolitische Relevanz.

Entscheidend ist die Herkunft der Proben: Sie stammen aus dem Bereich des geplanten Tagebaus, der in der im Februar 2025 abgeschlossenen Machbarkeitsstudie ausgewiesen wurde. Das bedeutet, eine Gewinnung der Seltenen Erden könnte parallel zur Graphitförderung in den frühen Betriebsjahren möglich sein. Insgesamt deckt das Vorkommen damit potenziell sechs der Elemente ab, die der U.S. Geological Survey auf seiner finalen Kritischen-Mineralien-Liste 2025 führt.

Nationale Labore sollen Förderweg klären

2026 soll ein nationales US-Labor konkrete Extraktions- und Trennverfahren für die einzelnen Seltenen Erden entwickeln. Graphite One verhandelt dazu mit einem Department of Energy National Lab. Parallel quantifiziert das Advanced Instrumentation Laboratory der University of Alaska Fairbanks den REE-Bestand in der Wirtsgeologie.

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Ein positives Ergebnis dieser Tests könnte die Projektbewertung grundlegend verschieben. Bis dahin bleibt die REE-Komponente ein vielversprechender, aber noch unbestätigter Werttreiber.

China als Kulisse

Der geopolitische Rahmen verleiht dem Fund zusätzliches Gewicht. China kontrolliert nach Daten aus 2024 rund 99 Prozent der globalen Galliumproduktion, 95 Prozent der Magnesiumverarbeitung und über 69 Prozent aller Seltenen Erden. Bei Graphit liegt der Anteil an der weltweiten Verarbeitungskapazität bei über 95 Prozent.

Peking hat diese Dominanz wiederholt als Hebel eingesetzt: Exportbeschränkungen auf Magnet-Seltene-Erden traten im Februar 2024 in Kraft, Graphit-Exportkontrollen folgten im Dezember 2024. Halbleiter- und Rüstungsunternehmen suchen seitdem aktiv nach Alternativen.

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Aktie unter Druck, Finanzierung offen

Das Kursgeschehen spiegelt die Risiken wider. Die Aktie schloss zuletzt bei 0,86 US-Dollar — ein Monatsplus von knapp 22 Prozent, aber ein Minus von rund 27 Prozent seit Jahresbeginn. Der Nettoverlust 2025 weitete sich auf 9,14 Millionen US-Dollar aus. Eine Kapitalerhöhung im Februar brachte 35 Millionen kanadische Dollar, erhöht aber den Aktienbestand und erzeugt Verwässerungsdruck.

Die Finanzierungsstruktur steht: Die US Export-Import Bank hat ein unverbindliches Interessenschreiben für Darlehen von insgesamt 2,07 Milliarden US-Dollar ausgestellt — 670 Millionen für die Mine in Alaska, 1,4 Milliarden für eine geplante Anodenverarbeitungsanlage in Ohio. Das würde rund 70 Prozent der Gesamtprojektkosten abdecken. Verbindlich ist davon bislang nichts.

Zwei Termine in drei Tagen

Am 24. April legt Graphite One die Ergebnisse des ersten Quartals 2026 vor. Für ein Unternehmen ohne Umsatz sind die Zahlen selbst Nebensache — Investoren warten auf konkrete Fortschritte bei den Finanzierungsverhandlungen. Zwei Tage später, am 26. April, veröffentlicht die US International Trade Commission ihren Abschlussbericht zur Frage, ob chinesische Graphit-Anodenimporte die heimische Industrie schädigen. Im März hatte die ITC dies verneint und damit Schutzzölle abgelehnt — ein Rückschlag für amerikanische Projektentwickler. Der finale Bericht könnte die Debatte neu entfachen oder endgültig schließen.

Gelingt die Finanzierung noch 2026, soll der Bau in Alaska 2027 beginnen. Erste Erlöse aus der Ohio-Anlage werden für Anfang 2028 erwartet, der vollständige Minenbetrieb in Alaska nicht vor 2030.

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