Drei Probleme auf einmal — das ist die Lage, mit der Graphite One in die letzte Aprilwoche geht. Die US-Handelskommission hat den Weg für Schutzzölle auf chinesisches Graphit versperrt, zwei Rivalen drängen auf die gleiche Genehmigungsschiene, und eine harte Bundesfrist rückt näher. Der Kurs spiegelt die Unsicherheit: Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 27 Prozent verloren.
Kein Zollschutz gegen China
Am 12. März entschied die U.S. International Trade Commission (ITC), dass Importe chinesischer Graphit-Anodenmaterialien die Entstehung einer US-Inlandsindustrie nicht materiell schädigen. Damit scheiterten die geplanten Anti-Dumping-Zölle — und mit ihnen ein wichtiger wirtschaftlicher Puffer für Graphite Ones Vorhaben, eine vollständig integrierte heimische Lieferkette aufzubauen.
Das Gewicht dieser Entscheidung lässt sich kaum überschätzen: China kontrolliert über 95 Prozent der weltweiten Graphitverarbeitungskapazität. Ohne Zollschutz konkurriert Graphite One gegen staatlich subventionierte Anbieter zu Preisen, die ein US-Projekt strukturell benachteiligen. Pikant: Das Handelsministerium hatte zuvor eigene Befunde vorgelegt, die in die entgegengesetzte Richtung wiesen.
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September-Frist duldet keinen Verzug
Bis zum 29. September 2026 muss Graphite One alle notwendigen Bundesgenehmigungen vorweisen, um im FAST-41-Programm für kritische Mineralien zu bleiben — der Voraussetzung für den angestrebten Baubeginn in Alaska 2027. Im März erhielten zwei US-Konkurrenten aus Alabama und New York denselben Fast-Track-Status. Der Wettlauf um Genehmigungen ist damit eröffnet.
Lokaler Widerstand erschwert die Lage zusätzlich. Das Projekt würde über 400 Hektar Wasserressourcen beeinträchtigen. Stammesvertreter aus Teller und Brevig Mission schlossen Graphite One von Anhörungen aus; eine Gemeinsame Resolution dreier Institutionen aus Brevig Mission lehnt das Projekt ab. Ende 2024 gingen 323 überwiegend negative Stellungnahmen ein.
Milliardenzusage — noch ohne Bindung
Die Finanzierungsseite sieht stabiler aus, bleibt aber unvollständig. Die US-Export-Import-Bank hat unverbindliche Interessenbekundungen über insgesamt 2,07 Milliarden Dollar ausgestellt — 670 Millionen für die Alaska-Mine, 1,4 Milliarden für die geplante Anodenanlage in Ohio. Das deckt rund 70 Prozent der Gesamtkosten ab. Die restlichen 30 Prozent verhandelt das Management derzeit mit fünf nordamerikanischen Investmentbanken.
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Der Zeitplan ist eng gesteckt: Gelingt die Finanzierung 2026, soll 2027 gebaut werden. Die Ohio-Anlage soll Anfang 2028 erste Umsätze erzielen, die Mine selbst frühestens 2030 produzieren.
Seltene Erden als stille Trumpfkarte
Ein Detail könnte die Projektbewertung langfristig verschieben. Unabhängige Analysen bestätigen erhöhte Konzentrationen seltener Erden im Graphite-Creek-Vorkommen — darunter Dysprosium, Yttrium und Scandium. Rund 85 Prozent davon entfallen auf Magnetmetalle und schwere seltene Erden, die in den USA als kritische Mineralien eingestuft sind. Ein für 2026 geplantes Testprogramm eines US-Nationallabors soll tragfähige Extraktionswege untersuchen.
Die Aktie notiert bei 0,86 Dollar und liegt damit knapp über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 0,81 Dollar — auf Jahressicht bleibt das Minus mit rund 27 Prozent jedoch deutlich. Ob das Rare-Earth-Potenzial die strukturellen Gegenwinde aus fehlendem Zollschutz und verschärftem Genehmigungsdruck aufwiegt, wird das Ergebnis des Nationallabor-Tests 2026 maßgeblich mitbestimmen.
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