Ein Bergbauunternehmen, das nach einer Rüge durch die Wertpapieraufsicht sein Marketingbudget weiter aufstockt — das ist die Geschichte hinter der jüngsten Meldung von Green Bridge Metals.

Dritte Verlängerung in Folge

Am 6. Mai 2026 gab das Unternehmen die dritte Verlängerung seines Vertrags mit MCS Market Communication Service GmbH bekannt. Für digitale Marketingkampagnen über Google Ads und Native Advertising zahlt Green Bridge erneut 372.000 Euro. Der Vertrag läuft bis August 2026.

Das summiert sich. Über alle drei MCS-Vereinbarungen in diesem Jahr kommt das Unternehmen auf insgesamt 1,116 Millionen Euro. Aktien erhielt MCS dabei nicht — die Vergütung erfolgte ausschließlich in bar.

Regulierungsvorfall als Hintergrund

Die Ausgaben fallen in ein heikles Umfeld. Im April 2026 forderte die British Columbia Securities Commission (BCSC) das Unternehmen auf, bestimmte Offenlegungen zu korrigieren. Eine Investor-Relations-Landingpage verstieß gegen den kanadischen Standard NI 43-101 für Mineralressourcen. Sie enthielt keine Prüfung durch einen qualifizierten Fachmann und machte irreführende Angaben zum wirtschaftlichen Potenzial des Projekts. Green Bridge zog die Seite zurück und stellte das zugehörige IR-Programm ein.

Kein Wunder, dass Anleger die neue Marketingoffensive kritisch beäugen.

Operative Fortschritte in Minnesota

Hinter den Kommunikationsausgaben stehen konkrete Explorationsprogramme. Am Titac-South-Projekt schloss Green Bridge die ersten drei Bohrlöcher des Phase-1-Programms ab — insgesamt 1.196 Meter. Die Bohrkerne zeigen sichtbare Chalkopyrit-Mineralisierung. Assay-Ergebnisse stehen noch aus.

Das Serpentine-Projekt für Kupfer und Nickel bewegt sich auf ein Phase-1-Bohrprogramm zu. Geplant sind sechs bis zehn Bohrlöcher im zweiten Halbjahr 2026. Die Genehmigung durch das Minnesota DNR läuft. Eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) soll innerhalb von 18 Monaten folgen.

Kurs unter Druck

Die Aktie notiert aktuell bei 0,12 Euro — rund 45 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,22 Euro. Seit Jahresbeginn steht trotzdem ein Plus von rund 86 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei knapp 78 Prozent: ein Papier für risikobewusste Investoren.

Ob die hohen IR-Ausgaben die Kurskorrektur der vergangenen Wochen aufhalten können, hängt letztlich von den ausstehenden Titac-Assays ab. Fallen die Ergebnisse stark aus, dürfte das mehr Aufmerksamkeit erzeugen als jede Marketingkampagne.