Selten fallen politische und projektspezifische Weichenstellungen so eng zusammen. Für Green Bridge Metals verdichten sich in der letzten Juniwoche gleich drei Ereignisse, die den Kurs in beide Richtungen bewegen könnten.
Washington setzt eine Kupfer-Deadline
Bis zum 30. Juni muss der US-Handelsminister Präsident Trump einen Bericht über den amerikanischen Kupfermarkt vorlegen. Danach kann Trump entscheiden, ob Zölle auf raffiniertes Kupfer kommen — bislang die einzige bedeutende Kupferform ohne Strafzölle. Im Raum stehen 15 Prozent ab Januar 2027, steigend auf 30 Prozent ab Januar 2028.
Die Märkte reagieren bereits. US-Kupferpreise liegen deutlich über dem Weltmarktniveau. Im ersten Quartal verdoppelten sich die amerikanischen Kupferimporte auf 533.000 Tonnen — Händler sichern sich Vorräte, bevor mögliche Zölle greifen. Das lenkt Aufmerksamkeit auf heimische Vorkommen. Green Bridge Metals mit seinen Projekten im Minnesota Duluth Complex gehört zu den wenigen Juniorunternehmen, die direkt von diesem Trend profitieren könnten.
Zwei eigene Meilensteine stehen aus
Parallel wartet das Unternehmen auf zwei unternehmenseigene Entscheidungen. Erstens fehlen noch Bohrergebnisse aus dem Titac-South-Programm. Die ersten drei Bohrlöcher lieferten bereits ansehnliche Resultate: TS26-005 schnitt 152 Meter mit 0,31 Prozent Kupfer und 13,7 Prozent Titandioxid, TS26-003 traf 190 Meter mit 0,30 Prozent Kupfer und 11,4 Prozent Titandioxid. Alle sechs Bohrlöcher kreuzten sulfidische Mineralisierung.
Die ausstehenden drei Assays sind dabei besonders interessant. Eines der Löcher ist ein strategisches Step-out-Bohrloch, das eine bislang ungetestete geophysikalische Anomalie anvisiert. Sein Ergebnis entscheidet, ob sich die Mineralisierung lateral ausweitet.
Zweitens wartet Green Bridge auf eine Genehmigung des Minnesota Department of Natural Resources für Explorationsbohrungen auf dem Serpentine-Projekt. Der Antrag liegt seit Ende April vor, eine Entscheidung war bereits für Juni angekündigt. Grünes Licht würde in der zweiten Jahreshälfte ein Bohrprogramm mit sechs bis zehn Löchern und 2.000 bis 2.500 Metern Gesamttiefe ermöglichen.
Serpentine: das eigentliche Schwergewicht
Das Serpentine-Projekt trägt den langfristigen Investmentcase. Die Kupfer-Nickel-Sulfidlagerstätte im Duluth Complex grenzt direkt an die fortgeschrittenen NorthMet- und Sunrise-Vorkommen von NewRange Copper Nickel — eine geologische Nachbarschaft, die für ein Juniorunternehmen außergewöhnlich stark ist.
Die aktuelle Ressource umfasst 280 Millionen Tonnen in der Kategorie „Inferred“ mit Gehalten von 0,37 Prozent Kupfer und 0,12 Prozent Nickel. Hinzu kommen 21,6 Millionen Tonnen „Indicated“ mit 0,46 Prozent Kupfer. Bohrunternehmen Foraco steht bereits unter Vertrag. Das geplante Programm soll auch Kobalt und Platinmetalle testen — Metalle, die in der aktuellen Ressourcenschätzung noch fehlen. Eine Scoping-Studie ist für 2027 geplant, eine Machbarkeitsstudie für 2029.
Obendrein hat eine 3D-VTEM-Inversionsanalyse am Titac-Projekt vier bis fünf bislang unbekannte Anomalien identifiziert. Sie zeigen dieselbe geophysikalische Signatur wie die bekannten Mineralisierungszonen — koinzidente magnetische Hochlagen und leitfähige Reaktionen.
Kurs und Kasse
Green Bridge Metals schloss am Freitag bei 0,12 Euro, ein Plus von rund drei Prozent. In den vergangenen sieben Tagen legte die Aktie knapp 12 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht ein Anstieg von 86 Prozent zu Buche — trotzdem notiert der Kurs noch fast 48 Prozent unter dem Februar-Hoch von 0,23 Euro.
Die Kasse hält knapp vier Millionen kanadische Dollar. Das reicht nach Unternehmensangaben für Bohrungen und Tests an beiden Minnesota-Projekten sowie am neueren Ontario-Nickelprojekt bis Ende 2026. Im Mai verstärkte das Unternehmen sein Team mit drei erfahrenen Fachleuten, darunter Justin Brown als Senior-Geologe mit sieben Jahren Erfahrung im Duluth Complex.
Mit dem Ablauf der Washingtoner Kupfer-Deadline am 30. Juni und der ausstehenden Serpentine-Genehmigung endet der Juni für Green Bridge Metals mit konkreten Antworten — in die eine oder andere Richtung.
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