Die letzte Juniwoche könnte für Green Bridge Metals zur wichtigsten des Jahres werden. Drei unabhängige Ereignisse laufen bis zum 30. Juni zusammen — und jedes einzelne davon hat das Potenzial, den Kurs scharf zu bewegen.
US-Kupferzoll: Entscheidung steht bevor
Bis zum 30. Juni muss der US-Handelsminister Präsident Trump eine Empfehlung zu Zöllen auf raffiniertes Kupfer vorlegen. Auf halbfertige Kupferprodukte gilt seit dem 6. April 2026 bereits ein Aufschlag von 50 Prozent. Eine Proklamation vom 1. Juni verlängerte das Zollregime auf Aluminium, Stahl und Kupfer bis Ende 2027.
Raffiniertes Kupfer ist noch offen. Die Märkte positionieren sich bereits: US-Kupferimporte verdoppelten sich im ersten Quartal auf 533.000 Tonnen. Händler bauten Lagerbestände auf — in Erwartung eines möglichen Universalzolls von 15 Prozent ab 2027.
Für Green Bridge ist das kein abstraktes Makrothema. Die Projekte liegen im Duluth Complex in Minnesota — einer Region, die direkt von Washingtons Drang nach heimischer Versorgung mit kritischen Mineralien profitiert.
Serpentine-Genehmigung: Das wichtigste Ereignis des Jahres
Das Minnesota Department of Natural Resources entscheidet noch im Juni über den Explorationsantrag für das Serpentine-Projekt. Das Management bezeichnet diesen Bescheid als den bedeutendsten Katalysator des Jahres.
Serpentine trägt bereits eine angezeigte Ressource von 21,6 Millionen Tonnen mit 0,46 Prozent Kupfer sowie eine abgeleitete Ressource von 279,9 Millionen Tonnen mit 0,37 Prozent Kupfer und 0,12 Prozent Nickel. Green Bridge beantragt Diamantkernbohrungen an bis zu zwölf Standorten.
Bei Genehmigung plant das Unternehmen sechs bis zehn Bohrlöcher mit insgesamt bis zu 2.500 Metern — von Juni 2026 bis Juni 2027. Der Bohrdienstleister Foraco steht bereits unter Vertrag. Neben der Ressourcenbestätigung soll das Programm auch Kobalt und Platinmetalle testen, die bislang nicht in der Ressourcenschätzung enthalten sind. Eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie soll innerhalb von 18 Monaten nach Bohrbeginn folgen.
Titac South: Ausstehende Assaywerte
Aus dem Phase-1-Bohrprogramm in Titac South liegen erste Ergebnisse vor. Bohrloch TS26-005 lieferte 152 Meter mit 0,31 Prozent Kupfer, 13,7 Prozent Titandioxid und 0,15 Prozent Vanadiumoxid. TS26-003 schnitt 190 Meter mit 0,30 Prozent Kupfer und 11,4 Prozent Titandioxid.
Alle sechs gebohrten Löcher trafen sulfidische Mineralisierung. Die Assaywerte für drei weitere Löcher stehen noch aus — darunter ein strategisches Step-out-Loch, das eine bislang ungetestete geophysikalische Anomalie anpeilt. Sein Ergebnis entscheidet, ob sich die Mineralisierung lateral ausdehnt. Eine neue 3D-Inversion der VTEM-Airborne-Daten hat vier bis fünf zusätzliche ungetestete Anomalien mit ähnlichen Signaturen identifiziert.
Finanzielle Basis solide
Green Bridge geht mit rund 4 Millionen Kanadischen Dollar in bar in diese Phase. Das reicht, um alle geplanten Explorationsarbeiten in Minnesota und Ontario bis Ende 2026 zu finanzieren — ohne frisches Kapital aufnehmen zu müssen.
Die Aktie schloss den Freitag bei 0,12 Euro, ein Plus von 3,03 Prozent auf Tagesbasis und rund 86 Prozent seit Jahresbeginn. Allerdings notiert sie noch fast 48 Prozent unter dem Februar-Hoch von 0,23 Euro. Bei einer annualisierten Volatilität von knapp 72 Prozent kann jeder der drei Katalysatoren den Kurs in beide Richtungen stark ausschlagen lassen. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 0,11 Euro markiert die nächste technische Unterstützung nach unten.
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