Die Hamborner REIT AG steuert mit einer unveränderten Prognose durch ein herausforderndes Geschäftsjahr 2026. Wie das Unternehmen im Rahmen seiner Berichterstattung zur Jahresmitte mitteilte, blieben die operativen Kennzahlen trotz eines negativen Konzernergebnisses weitgehend stabil. Während die Miet- und Pachterlöse in den ersten sechs Monaten leicht sanken, hielt der Vorstand an den Zielen für das Gesamtjahr fest.

Operative Kennzahlen im ersten Halbjahr

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres sank der operative Gewinn aus der Immobilienbewirtschaftung (FFO) auf 23,8 Millionen Euro. Während die Mieteinnahmen im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgingen, belastete ein Nettoverlust von 13,7 Millionen Euro das Konzernergebnis erheblich. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 6,5 Millionen Euro erzielt.

Trotz dieser Ergebnisdelle betonte das Management die Beständigkeit des Geschäftsmodells. Die Erlöse aus Mieten und Pachten beliefen sich im Berichtszeitraum auf 45,1 Millionen Euro. Das Unternehmen führt den Rückgang unter anderem auf planmäßige Effekte im Portfolio zurück, sieht sich jedoch für die zweite Jahreshälfte gut gerüstet, um die angestrebten Jahresziele zu erreichen.

Substanzwert deutlich über aktuellem Kursniveau

Ein zentraler Aspekt für Anleger bleibt die Bewertung des Immobilienportfolios. Den Net Asset Value (NAV) je Aktie bezifferte das Unternehmen per Ende Juni auf 8,72 Euro. Damit notiert das Papier an der Börse derzeit mit einem massiven Abschlag zu seinem rechnerischen Substanzwert. Die Aktie wird am heutigen Donnerstag bei 4,34 Euro gehandelt, was einem Tagesrückgang von 0,6 Prozent entspricht.

Die finanzielle Stabilität des Unternehmens spiegelt sich im Verschuldungsgrad wider. Der sogenannte Loan-to-Value (LTV) lag zum Stichtag bei 45,2 Prozent.

Diese Kennziffer verdeutlicht, dass das Unternehmen trotz der Marktschwankungen über eine solide Finanzierungsstruktur verfügt, die Spielraum für künftige Entwicklungen lässt. Zuletzt war die Aktie unter Druck geraten und notiert aktuell rund 26 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 5,88 Euro.

Strategischer Ausbau und positive Analystenstimmen

Neben der Verwaltung des Bestands setzt das Unternehmen auf eine ökologische Modernisierung seiner Standorte. Ende Juli kündigte Hamborner REIT eine Kooperation mit dem Unternehmen Electra an. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, den Ausbau der E-Ladeinfrastruktur im gesamten Immobilienportfolio zu beschleunigen und damit die Zukunftsfähigkeit der Gewerbeobjekte zu erhöhen.

Medienberichten zufolge werten Analysten die jüngsten Zahlen und die strategische Ausrichtung überwiegend positiv. Am Dienstag der vergangenen Woche bekräftigten sowohl Warburg Research als auch Berenberg ihre Kaufempfehlungen für die Aktie.

Während Warburg ein Kursziel von 7,15 Euro ausgab, sehen die Experten von Berenberg den fairen Wert bei 7,00 Euro. Beide Häuser trauen dem Wert damit eine deutliche Erholung zu, sofern das Marktumfeld für Immobilienaktien stabil bleibt.

Für die Aktionäre war das Jahr bisher auch von einer Ausschüttung geprägt. Die jährliche Dividende wurde bereits Anfang Juni an die Anteilseigner ausgezahlt. Im Fokus bleibt nun die operative Umsetzung der Strategie im zweiten Halbjahr, um die bestätigte Prognose für 2026 zu untermauern.