Die Aktie von Harmony Gold gerät unter Druck. Zum Wochenausklang fiel der Kurs um acht Prozent auf 13,70 Euro. Das sind rund 37 Prozent unter dem Januar-Hoch von 21,80 Euro. Der Minenkonzern leidet unter einer breiten Abwärtsbewegung im Rohstoffsektor. Anleger meiden risikoreiche Anlagen.

ESG-Sprung und neuer Fokus

Dabei hat Harmony zuletzt fundamental Boden gutgemacht. Im April verbesserte MSCI das ESG-Rating von ‚BB‘ auf ‚A‘. Ein solcher Schritt öffnet normalerweise die Türen zu institutionellen Portfolios. Treiber waren bessere Wasserwirtschaft und geringere Giftemissionen.

Parallel dazu treibt das Management die Kupferstrategie voran. Die Integration der CSA-Mine in Australien ist das Kernstück. Für das laufende Fiskaljahr 2026 erwartet Harmony dort eine Förderung von 17.500 bis 18.500 Tonnen. Die Cashkosten liegen zwischen 2,65 und 2,80 Dollar pro Pfund. Zudem fließen massiv Mittel in das Eva-Copper-Projekt. Die Investitionen über drei Jahre summieren sich auf 1,55 bis 1,75 Milliarden Dollar. Die erste Produktion ist für Ende 2028 geplant. Langfristig soll Kupfer rund 40 Prozent der Gesamtförderung ausmachen.

Goldproduktion stabil, Dividende bleibt attraktiv

Die Goldsparte läuft weiter planmäßig. Harmony bestätigt die Jahresprognose von 1,4 bis 1,5 Millionen Unzen. Das gelang trotz eines Cyanid-Engpasses in Südafrika. Ein starkes Zeichen für das operative Geschäft.

Die neue Dividendenpolitik kombiniert eine Basiszahlung mit einer variablen Komponente – abhängig vom Verschuldungsgrad. Die jüngste Ausschüttung erfolgte Anfang Mai. Dank der hohen Goldpreise ist der Cashflow solide.

Ausblick auf das dritte Quartal

Die nächste operative Aktualisierung kommt noch im Mai. Sie wird die Neunmonatszahlen enthalten. Besonders im Fokus: eine geplante Wartungspause der CSA-Mine. Der Schacht muss repariert werden, das bremst die Kupferproduktion kurzzeitig.

Die Gemengelage bleibt ambivalent. Operativ liefert Harmony solide Zahlen. Doch die Branchenstimmung ist schlecht. Ob die Aktie ihren Boden findet, hängt auch vom weiteren Verlauf der Rohstoffmärkte ab. Der Mai-Report wird mehr Klarheit bringen.