Healwell AI hat am Donnerstag nach Börsenschluss Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, die an der Börse gemischt aufgenommen wurden. Der bereinigte Verlust pro Aktie fiel mit -0,02 US-Dollar geringer aus als die von Analysten erwartete Marke von -0,0243 US-Dollar. Der Umsatz von 32,96 Millionen US-Dollar blieb dagegen leicht unter der Konsensschätzung von 33,20 Millionen US-Dollar.

Die Aktie gab nach der Veröffentlichung nach. Aktuell notiert das Papier bei 0,4235 Euro und legt am heutigen Montag um 0,95 Prozent zu, nach einem Anstieg von 4,05 Prozent auf Sieben-Tage-Sicht. Der Kurs bleibt damit deutlich unter dem Niveau von Jahresbeginn – seit Jahresanfang steht ein Minus von 20,09 Prozent zu Buche.

Umsatz aus fortgeführten Geschäften stagniert

Auf Kanadische-Dollar-Basis lag der Umsatz aus fortgeführten Geschäften im zweiten Quartal bei 33,0 Millionen CAD und damit auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Das bereinigte EBITDA fiel mit 1,1 Millionen CAD positiv aus, verglichen mit 2,3 Millionen CAD im zweiten Quartal 2025 allerdings deutlich niedriger.

Für das erste Halbjahr insgesamt meldete Healwell AI ein Umsatzwachstum von 60 Prozent und einen erstmals positiven operativen Cashflow. Das Management verwies zugleich darauf, dass sich der Abschluss von Enterprise-Verträgen derzeit verzögere und länger dauere als geplant.

Die Pipeline über mehrere Regionen hinweg bleibe jedoch aktiv, hieß es beim Earnings Call. Diese Diskrepanz zwischen starkem Halbjahreswachstum und einem im Quartalsvergleich flachen Umsatz dürfte der Grund sein, warum die Aktie trotz des Gewinns über den Erwartungen unter Druck geriet.

SpaceX-Position: Fahrplan für Ausstieg konkretisiert sich

Im Zentrum der Kommunikation beim Earnings Call am Freitag stand erneut die indirekte Beteiligung an SpaceX. CEO James Lee erklärte, das Unternehmen werde binnen eines Monats vom zuständigen Fonds über den Zeitpunkt der Veräußerung informiert.

Die Haltefrist betrage ein Jahr seit der ursprünglichen Investition, insgesamt seien drei Transfers zwischen jetzt und Februar 2027 vorgesehen. Bereits Mitte Juni hatte Healwell AI den Wert der indirekten SpaceX-Beteiligung auf rund 25 Millionen CAD taxiert, nach dem Börsengang von SpaceX.

Gleichzeitig erläuterte das Unternehmen damals die bilanzielle Behandlung einer Wandelanleihe über 30 Millionen CAD, die im Dezember 2029 fällig wird. Die SpaceX-Position bleibt damit ein bedeutender, aber noch nicht realisierter Vermögenswert – ihr endgültiger Cash-Zufluss hängt vom Timing der angekündigten Transfers ab.

Hauptversammlung bestätigt Managementkurs

Auf der ordentlichen und außerordentlichen Hauptversammlung Ende Juni votierten Aktionäre, die 66,83 Prozent der stimmberechtigten Anteile vertraten, für sämtliche vorgelegten Beschlüsse. Der Verwaltungsrat wurde auf sieben Mitglieder festgelegt, alle bisherigen Direktoren wiedergewählt und Deloitte als Abschlussprüfer bestätigt.

Zudem erneuerten die Aktionäre den revolvierenden Aktienoptionsplan mit einer Obergrenze von zehn Prozent des Grundkapitals. Die deutliche Zustimmung signalisiert Rückhalt für die bestehende Unternehmensführung, auch wenn operative Kennzahlen zuletzt gemischt ausfielen.

Bewertung unter Druck, Analystenbild uneinheitlich

Automatisierte Bewertungsmodelle senkten Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli den fairen Wert der Aktie auf 2,40 CAD von zuvor 2,85 CAD, mit Verweis auf angepasste Annahmen zu Wachstum, Margen und Diskontsatz.

Von den Analystenhäusern äußerte sich zuletzt im Mai Brian Kinstlinger von Alliance Global: Er senkte sein Kursziel im Zuge der Modellaktualisierung nach den Erstquartalszahlen auf 2,00 CAD von 2,25 CAD, bei fortgeführter Kaufempfehlung. Eine aktuellere Einschätzung liegt nicht vor.

Mit Blick auf die Marktdaten notiert die Aktie derzeit 16,22 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 0,3644 Euro, das erst Ende Februar markiert wurde – ein Hinweis darauf, dass sich der Kurs zuletzt zumindest leicht stabilisiert hat, nachdem er sich seit dem 52-Wochen-Hoch im vergangenen August annähernd halbiert hatte.