Deutsche Bank Research bekräftigt die Kaufempfehlung für Heidelberg Materials, nimmt jedoch eine leichte Anpassung bei den Gewinnerwartungen vor. Analyst Jon Bell senkte das Kursziel für den Baustoffkonzern heute von 220 auf 210 Euro. Die Einstufung beließ der Experte unverändert auf „Buy“.
Im Xetra-Handel gab die Aktie heute um 2,5 Prozent auf 142,55 Euro nach. Gemessen an dieser Notierung impliziert die Zielmarke des Analysehauses weiterhin einen deutlichen Bewertungsspielraum nach oben. Das Institut begründet die Einstufung vor allem mit der operativen Widerstandskraft in den Kernmärkten vor den anstehenden Quartalszahlen.
Gemischte Dynamik in den Kernregionen
Für das dritte Quartal zeichnet Analyst Jon Bell ein differenziertes Bild der regionalen Entwicklung. Im europäischen Geschäft, das rund 45 Prozent der Konzernerlöse erwirtschaftet, rechnet die Bank mit einem organischen Wachstum von etwa 2 Prozent. Während die Absatzmengen in der Region leicht rückläufig gewesen sein dürften, fingen steigende Verkaufspreise diesen Dämpfer nach Einschätzung der Analysten auf.
Stärkere Impulse erwartet das Bankhaus dagegen aus Übersee. Für das nordamerikanische Geschäft, das für rund ein Viertel der Gesamterlöse steht, kalkuliert Bell im dritten Quartal mit einem organischen Zuwachs von rund 5 Prozent. Der Markt profitiere dort weiterhin von einer stabilen Nachfrage und anhaltenden Infrastrukturprogrammen.
Portfolioausbau flankiert die Marktposition
Parallel zu den Schätzungen für das laufende Quartal treibt der Baustoffhersteller seine regionale Marktpräsenz voran. Wie das Unternehmen mitteilte, übernimmt Heidelberg Materials das Zuschlagstoff- und Asphaltgeschäft von NCC Industry in Schweden und Norwegen. Die Transaktion umfasst 106 Zuschlagstoffstandorte mit signifikanten Reserven sowie 44 Heißasphaltwerke.
Der Unternehmenswert der vereinbarten Übernahme liegt bei rund 5,5 Milliarden schwedischen Kronen auf barmittel- und schuldenfreier Basis. Das Geschäft ergänzt die bestehenden Aktivitäten in Skandinavien, steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigaben durch die Behörden.
Die strategischen Zukäufe stärken die vertikale Integration in Nordeuropa und federn Mengenrückgänge im Tiefbau ab. Mit dem Einstieg in das regionale Asphaltsegment festigt der Konzern seine Lieferketten und verbessert die Auslastung der eigenen Steinbrüche. Anleger blicken nun auf den detaillierten Quartalsausweis, der Aufschluss über die tatsächliche Margenentwicklung in Europa und Nordamerika geben wird.
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