Die Zahlen für 2025 sind da, die Dividende steigt — und trotzdem reagierte der Markt verhalten. Heidelberg Materials erhöhte die Ausschüttung auf 3,60 Euro je Aktie, doch Analysten hatten im Schnitt 3,91 Euro erwartet. Diese Lücke genügte, um die Aktie am vergangenen Donnerstag ins Minus zu drücken.

Rückkaufprogramm federt ab

Das Bild ist damit gemischter als es auf den ersten Blick erscheint. Neben der Dividende läuft ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Gesamtvolumen von bis zu 1,2 Milliarden Euro. Die zweite Tranche über rund 400 Millionen Euro wurde bereits abgeschlossen und die entsprechenden Aktien im Januar eingezogen. Eine dritte Tranche über rund 450 Millionen Euro soll nach der Hauptversammlung im Mai starten. Das Management signalisiert, dass die Gesamtrendite für Aktionäre 2026 weiter steigen wird.

ETS-Debatte und Analystenstimmen

Parallel beschäftigt Investoren die Debatte um den europäischen Emissionshandel. Befürchtungen einer fundamentalen Schwächung des ETS-Systems hatten zementintensive Unternehmen zuletzt belastet. Hinweise auf eine eher moderate Anpassung des Systems sorgten für etwas Entspannung. Oddo BHF hob den Rating-Status am 25. März auf „Outperform“ an und nannte ein Kursziel von 211 Euro. Die Deutsche Bank Research senkte ihr Ziel zwar von 245 auf 225 Euro, behält aber die Einstufung „Buy“ bei.

Auf der operativen Seite liefert das Unternehmen solide Grundlagen: Für 2026 peilt das Management ein Ergebnis aus laufenden Operationen zwischen 3,4 und 3,75 Milliarden Euro an. Die interne Effizienzinitiative erzielte 2025 Einsparungen von 380 Millionen Euro — mehr als erwartet — und soll bis Ende 2026 mindestens 500 Millionen Euro erreichen. Rund die Hälfte des Energiebedarfs für das laufende Jahr ist bereits preislich abgesichert.

Am 6. Mai legt Heidelberg Materials die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor — ein erster Gradmesser dafür, ob die bestätigte RCO-Spanne im Jahresverlauf erreichbar bleibt. Die Hauptversammlung folgt am 13. Mai, wo unter anderem ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Heidelberg Materials Asia Holding zur Abstimmung steht.