Mehr Umsatz, mehr operativer Gewinn – und trotzdem gibt die Aktie nach. Heidelberg Materials legt für das zweite Quartal solide Zahlen vor, doch die enger gefasste Jahresprognose sorgt für gemischte Reaktionen an der Börse.

Der Baustoffkonzern steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 6,4 Prozent auf 6,04 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte um 3,6 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro – ziemlich genau im Rahmen dessen, was Analysten erwartet hatten. Unter dem Strich blieb im ersten Halbjahr ein Gewinn von 738 Millionen Euro, nach 686 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Vorstandschef Dominik von Achten sprach von einer ersten spürbaren Nachfrageerholung in den Kernmärkten des Konzerns. Das habe zur guten Geschäftsentwicklung beigetragen, zusätzlich habe das Unternehmen sein Wachstum durch strategische Transaktionen vorangetrieben.

Prognose enger, aber nicht schwächer

Für das laufende Jahr rechnet Heidelberg Materials nun mit einem bereinigten operativen Ergebnis zwischen 3,4 und 3,65 Milliarden Euro. Das liegt am oberen Ende mindestens auf Vorjahresniveau, unter der bisherigen Zielspanne von bis zu 3,75 Milliarden Euro. Für die zweite Jahreshälfte zeigte sich von Achten dennoch zuversichtlich.

Die engere Spanne dürfte der Grund sein, warum die Aktie im XETRA-Handel zeitweise um 0,65 Prozent auf 167,85 Euro nachgab – trotz der eigentlich robusten Quartalszahlen. Kein Widerspruch, eher eine typische Marktreaktion: Anleger nehmen zunächst die konkretisierte Obergrenze zur Kenntnis, bevor sie die operative Stärke einpreisen.

JPMorgan bleibt zuversichtlich

Die US-Bank JPMorgan bestätigte nach den Zahlen ihre Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 250 Euro. Analystin Elodie Rall verwies darauf, dass das operative Ergebnis rund drei Prozent über der Markterwartung gelegen habe – ein Detail, das die kurzfristige Kursschwäche relativiert.

Der Konzern hält damit an seinem grundsätzlichen Wachstumskurs fest, auch wenn die Jahresprognose nun etwas konservativer gefasst ist als noch zu Jahresbeginn. Die zweite Jahreshälfte wird zeigen, ob die angekündigte Nachfrageerholung in den Kernmärkten trägt.