Heidelberger Druckmaschinen wandelt sich vom Maschinenbauer zum „Technologie-Integrator“. Die Aktionäre haben auf der Hauptversammlung allen Vorschlägen der Verwaltung zugestimmt. Der Umbau ist damit formell besiegelt — die Zahlen zeigen aber, wie teuer er wird.

Die Aktie notiert bei 1,36 Euro und damit nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 1,29 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 33 Prozent an Wert verloren. Der Kurs spiegelt damit direkt wider, was die Transformation kostet.

Drohnenabwehr und Batteriespeicher als neue Standbeine

Heidelberger Druckmaschinen baut Geschäfte jenseits des klassischen Maschinenbaus auf. Ein zentraler Baustein ist die Drohnenabwehr. Über die Tochter HD Advanced Technologies und das Joint Venture Onberg Autonomous Systems treibt der Konzern dieses Feld voran.

Der sogenannte „Live Hub“ in Brandenburg an der Havel demonstriert diese Sicherheitssysteme. Er läuft bereits seit April 2026 und schützt kritische Infrastrukturen. Das Segment ist damit weiter fortgeschritten als bislang bekannt.

Am 21. Juli 2026 kam ein zweites Standbein hinzu. Mit dem Partner PHENOGY will Heidelberger Druckmaschinen eine Industrieplattform für Natrium-Ionen-Batteriespeicher aufbauen. Das Ziel: eine günstigere Alternative zu Lithium-Ionen-Systemen, unabhängig von außereuropäischen Lieferketten.

Verlust im laufenden Geschäftsjahr erwartet

Der Vorstand hat die Prognose für 2026/2027 konkretisiert. Hohe Transformationskosten, Investitionen in die neuen Geschäftsfelder und der Aufbau von Standorten in China belasten die Bilanz. Das Management rechnet mit einem Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

Eine Dividende zahlt der Konzern deshalb zum vierten Mal in Folge nicht. Die Priorität liegt klar auf der Umstrukturierung, nicht auf der Ausschüttung an Aktionäre.

Chart zeigt Schwäche unter dem Durchschnitt

Technisch kämpft die Aktie um eine Bodenbildung. Mit 1,36 Euro liegt der Kurs 4,33 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,42 Euro. Ein Rutsch unter das 52-Wochen-Tief bei 1,29 Euro könnte nach Einschätzung von Marktbeobachtern zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen.

Am 19. August 2026 legt Heidelberger Druckmaschinen die Zahlen für das erste Quartal vor. Sie werden zeigen, ob Sparmaßnahmen im Kerngeschäft und erste Erlöse aus Drohnenabwehr und Batteriespeichern die prognostizierten Verluste abfedern können.