Heidelberger Druckmaschinen steuert auf den nächsten Pflichttermin zu: Am 19. August legt der Konzern die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 vor. Es sind die ersten konkreten Kennziffern seit der Ankündigung, dass für das laufende Geschäftsjahr ein Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich erwartet wird. Anleger erhalten damit erstmals eine Antwort darauf, wie tief der angekündigte Konzernumbau tatsächlich in die Bilanz einschneidet.
Vierter Dividendenverzicht trotz Gewinnverdreifachung
Der Blick zurück zeigt, warum diese Frage brisant ist. Auf der Hauptversammlung am 23. Juli bestätigten die Aktionäre bereits zum vierten Mal in Folge den Verzicht auf eine Ausschüttung – obwohl Heidelberger Druckmaschinen das Geschäftsjahr 2025/2026 mit 2,293 Milliarden Euro Umsatz abschloss und den Gewinn auf 15 Millionen Euro verdreifachte. Der Vorstand begründet den Verzicht mit der laufenden Transformation, deren Kosten das kommende Jahr belasten sollen.
Rüstung, Batterien und Standortverlagerung als Strategiekern
Das einbehaltene Geld fließt Medienberichten zufolge in drei Wachstumsfelder: die Rüstungstochter ONBERG, Natrium-Ionen-Batteriezellen und einen neuen Standort in China. ONBERG, spezialisiert auf Drohnenabwehr, peilt ein Umsatzziel von über 300 Millionen Euro an und wurde im Frühjahr als Joint Venture mit dem amerikanisch-israelischen Unternehmen Ondas Autonomous Systems am Standort Brandenburg an der Havel gestartet. Im Batteriegeschäft vereinbarte die Tochter HD Advanced Technologies am 21. Juli eine Zusammenarbeit mit PHENOGY für eine Technologie- und Industrieplattform für Natrium-Ionen-Speicher.
Parallel zu diesen Zukunftsfeldern verschiebt sich die klassische Druckmaschinenproduktion weiter nach Osten: Das meistverkaufte Modell des Konzerns entsteht inzwischen vollständig im chinesischen Qingpu, die Montage im kostengünstigeren Nordmazedonien wird ausgebaut. Am deutschen Stammsitz Wiesloch-Walldorf sollen im Zuge dessen rund 450 Stellen entfallen – ein Befund, der zeigt, dass der Konzernumbau nicht nur neue Geschäftsfelder erschließt, sondern auch das Kerngeschäft strukturell verkleinert.
Manroland-Integration stärkt Servicegeschäft
Neben Diversifikation und Standortverlagerung setzt Heidelberger Druckmaschinen auf Konsolidierung im angestammten Markt. Ende Juni kündigte der Konzern die Integration des Lifecycle-Geschäfts sowie der globalen Vertriebs- und Servicegesellschaften der manroland-sheetfed-Gruppe an. Damit sichert das Unternehmen nach eigener Darstellung seine global führende Position in der Druck- und Verpackungsbranche. Marktberichten zufolge bringt die Transaktion über 3.000 zusätzliche Kunden und stärkt gezielt das margenstarke Lifecycle-Geschäft – jenen Bereich, der für die Ertragskraft der kommenden Jahre entscheidend werden dürfte.
Für Kontinuität an der Konzernspitze sorgte zudem eine Personalentscheidung im April: Der Aufsichtsrat verlängerte den Vertrag von Vorstandsvorsitzendem Jürgen Otto vorzeitig bis zum 31. Juli 2029, begrenzt durch das Erreichen der Altersgrenze. Der Vertrag von Vorstandsmitglied David Schmedding läuft nun bis zum 30. Juni 2031. Der Aufsichtsrat signalisiert damit, dass die laufende Transformation von der bestehenden Führung zu Ende gebracht werden soll.
Kurs erholt sich, bleibt aber unter dem langfristigen Trend
An der Börse hat sich die Aktie zuletzt stabilisiert: Binnen sieben Tagen legte das Papier um 5,50 Prozent zu, auf Monatssicht steht ein Plus von 5,42 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt der Kurs jedoch weiterhin 28,18 Prozent im Minus, und zum 200-Tage-Durchschnitt fehlen der Aktie noch 9,79 Prozent. Die jüngste Erholung liest sich damit eher als Stabilisierung nach dem 52-Wochen-Tief von 1,29 Euro im März als als nachhaltige Trendwende. Ob der angekündigte Umbau tatsächlich Früchte trägt, dürften die Quartalszahlen am 19. August erstmals belastbar zeigen.
Heidelberger Druckmaschinen-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Heidelberger Druckmaschinen-Analyse vom 10. August liefert die Antwort:
Die neusten Heidelberger Druckmaschinen-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Heidelberger Druckmaschinen-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Heidelberger Druckmaschinen: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

