Heidelberger Druckmaschinen forciert die Transformation des Konzerns und setzt verstärkt auf Geschäftsfelder außerhalb des klassischen Druckmaschinengeschäfts.
Während das Unternehmen operativ mit einem schwierigen ersten Quartal kämpft, rücken strategische Partnerschaften in der Batterietechnologie und der Verteidigungsindustrie sowie eine personelle Neubesetzung im Vorstand in den Fokus der Anleger. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, sich breiter als Systemintegrator aufzustellen und die Abhängigkeit von zyklischen Märkten zu verringern.
Ausbau der Geschäftsfelder jenseits des Kerngeschäfts
Ein zentraler Baustein der neuen Strategie ist die Kooperation im Bereich der Energiespeicher. Die Tochtergesellschaft HD Advanced Technologies arbeitet mit dem Schweizer Unternehmen PHENOGY zusammen, um komplette Speichersysteme auf Basis von Natrium-Ionen-Batterien zu fertigen.
Ein entsprechendes Joint Venture zur industriellen Produktion von Batteriezellen befindet sich in Vorbereitung. Hierbei soll die Zellchemie des Partners mit den industriellen Druckverfahren von Heidelberger Druckmaschinen kombiniert werden, um eine effiziente Fertigung zu ermöglichen.
Parallel dazu treibt das Unternehmen seine Aktivitäten im Bereich der Verteidigungstechnik voran. Die Tochtergesellschaft ONBERG hat eine Absichtserklärung für ein Joint Venture mit dem ukrainischen Drohnenentwickler Skyeton unterzeichnet.
In Brandenburg eröffnete ONBERG zudem bereits einen Standort für integrierte Drohnenabwehr. Diese Schritte unterstreichen den Willen der Konzernführung, technologische Kompetenzen in neue, wachstumsstarke Märkte zu übertragen.
Personelle Neuausrichtung im Finanzressort
Auch im Management stehen Veränderungen an, um den Umbau finanziell zu begleiten. Der Aufsichtsrat hat Christoph Burkhard zum neuen Finanzvorstand bestellt. Der 62-Jährige wird sein Amt am 1. Oktober 2026 antreten. Er übernimmt die Aufgabe in einer Phase, in der das Unternehmen massiv an seiner Kostenstruktur arbeitet.
Zur Senkung der Produktionskosten hat der Konzern die Fertigung der Modellreihe Speedmaster CX 104 vollständig nach China verlagert. Zudem wurde ein neuer Standort in Nordmazedonien gegründet. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Profitabilität mittelfristig zu stabilisieren, nachdem die Nettoposition zuletzt von einem Plus von 14 Millionen Euro im Vorjahr auf eine Verschuldung von 39 Millionen Euro gedreht war.
Operative Herausforderungen und Analystenblick
Die Neuausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund belastender Quartalszahlen, die das Unternehmen am vergangenen Mittwoch vorlegte. Im Zeitraum von April bis Juni 2026 sank der Umsatz um 13 Prozent auf 404 Millionen Euro. Der Quartalsverlust weitete sich deutlich von 11 Millionen Euro auf 32 Millionen Euro aus.
Besonders das Auslaufen staatlicher Förderprogramme in Italien belastete den Auftragseingang, der mit 537 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert blieb. Das bereinigte EBITDA brach im ersten Quartal um 95 Prozent auf nur noch eine Million Euro ein.
Trotz dieser Zahlen hält das Management an der Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2026/27 fest und erwartet eine spürbare Verbesserung der bereinigten EBITDA-Marge. Auch Analysten bewerten die Lage trotz der kurzfristigen Schwäche weiterhin konstruktiv.
Die Experten von Warburg Research bekräftigten ihre Kaufempfehlung für die Aktie mit einem Kursziel von 1,80 Euro. Das Analysehaus mwb research sieht das Potenzial des Titels sogar bei 2,35 Euro, wenngleich das Kursziel dort leicht von zuvor 2,50 Euro gesenkt wurde.
An der Börse wird die Entwicklung derzeit verhalten, aber stabil beobachtet. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 1,44 Euro. Bei einer Marktkapitalisierung von 439,19 Millionen Euro notiert der Anteilsschein damit rund 12 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 1,29 Euro.
Anleger warten nun darauf, ob die Integration der bereits abgeschlossenen Zukäufe im Bereich Postpress und Lifecycle-Service sowie die neuen Technologie-Projekte die gewünschten Impulse für das zweite Halbjahr liefern können.
Heidelberger Druckmaschinen-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Heidelberger Druckmaschinen-Analyse vom 24. August liefert die Antwort:
Die neusten Heidelberger Druckmaschinen-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Heidelberger Druckmaschinen-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Heidelberger Druckmaschinen: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

