Heidelberger Druckmaschinen tauscht die Führungsspitze im Finanzressort aus. Der Aufsichtsrat hat Christoph Burkhard zum 1. Oktober 2026 als ordentliches Vorstandsmitglied und Finanzvorstand bestellt, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der 62-Jährige übernimmt das Amt von Volker Herdin, der zum 30. September in den Ruhestand geht und die Übergabe bis dahin begleitet.
Burkhard bringt Erfahrung aus zwei weiteren Industriekonzernen mit. Zuletzt war er Finanzvorstand bei Wacker Neuson, ein Mandat, das er bis zum 31. August ausübt, davor bekleidete er dieselbe Funktion bei Nordex. Der Wechsel fällt in eine Phase, in der Heidelberger Druckmaschinen operativ unter Druck steht und zugleich versucht, sich strategisch neu auszurichten.
Schwaches Quartal als Ausgangslage
Der neue CFO tritt sein Amt nicht in einer komfortablen Lage an. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 brach der Umsatz um 13 Prozent auf 404 Millionen Euro ein, die bereinigte EBITDA-Marge kollabierte von 4,4 Prozent im Vorjahr auf nur noch 0,2 Prozent.
Unter dem Strich stand ein Verlust nach Steuern von 32 Millionen Euro, nach einem Minus von 11 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Auftragseingang sank um knapp 4 Prozent auf 537 Millionen Euro, belastet auch durch das Auslaufen eines staatlich geförderten Investitionsprogramms in Italien, das allein mehr als 60 Millionen Euro weniger Bestellungen brachte.
Trotz dieser Zahlen hält der Vorstand an der Jahresprognose fest: Der Konzernumsatz soll auf Vorjahresniveau stabil bleiben, die bereinigte EBITDA-Marge sich gegenüber dem Vorjahreswert von 6,6 Prozent spürbar verbessern. Um das zu erreichen, verlagert das Unternehmen Produktion ins Ausland – die Fertigung der Speedmaster CX 104 wandert vollständig nach China, zusätzlich entsteht ein neuer Standort in Nordmazedonien zur Kostensenkung.
Diversifizierung als zweite Baustelle
Neben dem Kerngeschäft mit Druckmaschinen treibt Heidelberger Druckmaschinen neue Geschäftsfelder voran. Die Tochter HD Advanced Technologies kooperiert mit PHENOGY bei der industriellen Fertigung von Natrium-Ionen-Speichersystemen und plant ein gemeinsames Joint Venture für Batteriezellen.
Im Verteidigungsbereich ist das Gemeinschaftsunternehmen ONBERG Autonomous Systems – an dem HD Advanced Technologies mit 49 Prozent beteiligt ist – aktiv, seit April in Brandenburg an der Havel operativ und seit Juli mit einem Live-Hub für Drohnenabwehr am Start.
An der Börse zeigt sich die Aktie von diesen Entwicklungen zuletzt wenig beeindruckt, aber auch nicht weiter belastet. Am Freitag schloss das Papier bei 1,44 Euro, ein Plus von 0,5 Prozent.
Über die vergangenen 30 Tage steht ein Zuwachs von 4,2 Prozent zu Buche, auf Jahressicht bleibt jedoch ein Kursrückgang von 29 Prozent bestehen. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2,40 Euro, erreicht Anfang Oktober, ist der Titel weiterhin 40 Prozent entfernt.
Für Anleger bleibt der Führungswechsel im Finanzressort ein Signal der Kontinuität in der Krise: Herdin begleitet die Übergabe noch bis Ende September, Burkhard startet mit dem Auftrag, die versprochene Margenverbesserung tatsächlich zu liefern. Ob das Sparprogramm samt Produktionsverlagerung ausreicht, um die im Vergleich zum Vorjahr deutlich geschrumpfte Profitabilität zurückzuholen, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen.
Heidelberger Druckmaschinen-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Heidelberger Druckmaschinen-Analyse vom 22. August liefert die Antwort:
Die neusten Heidelberger Druckmaschinen-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Heidelberger Druckmaschinen-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Heidelberger Druckmaschinen: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

