Heidelberger Druckmaschinen regelt heute die Nachfolge im Finanzvorstand. Zeitgleich richten Investoren den Blick auf morgen. Dann legt der Konzern seine Quartalszahlen vor.

Die Aktie notiert bei 1,40 Euro und gibt damit 1,5 Prozent nach. Der Titel bewegt sich seit Wochen in einer engen Spanne knapp über dem 52-Wochen-Tief von 1,29 Euro. Vor einem so wichtigen Termin ist das keine Überraschung.

Christoph Burkhard übernimmt das Finanzressort

Christoph Burkhard wird zum 1. Oktober 2026 neuer CFO des Unternehmens. Der 62-Jährige tritt die Nachfolge von Volker Herdin an, der dann in den Ruhestand geht. Burkhard bringt Erfahrung aus zwei Industrieunternehmen mit: Zuletzt war er Finanzchef bei Wacker Neuson, davor beim Windturbinenbauer Nordex.

Der Aufsichtsrat setzt mit dieser Wahl auf Know-how in internationaler Finanzierung und Investor Relations. Burkhard verantwortet künftig Finanzen, Controlling, M&A sowie die Informationssicherheit. Er übernimmt den Posten in einer Phase, in der Heidelberg sich mitten im Umbau befindet.

Q1-Zahlen entscheiden über Kurzfrist-Richtung

Am morgigen Mittwoch veröffentlicht Heidelberger Druckmaschinen den Zwischenbericht zum ersten Quartal 2026/2027. Der Markt achtet vor allem auf zwei Werte.

Erstens der Auftragseingang. Referenz ist der Vorjahreswert von 559 Millionen Euro nach einem starken Abschluss des vergangenen Geschäftsjahres. Zweitens die EBITDA-Marge: Analysten hoffen auf eine Stabilisierung über der Vorjahresmarke von 4,4 Prozent.

Im Frühjahr hatte der Konzern seine Prognose gesenkt. Grund waren Vorleistungen für den Einstieg in den Verteidigungssektor sowie geopolitische Unsicherheiten. Der morgige Bericht soll zeigen, ob Effizienzmaßnahmen — etwa Optimierungen in der Weiterverarbeitung bei Großkunden — bereits greifen.

Umbau zum Technologiekonzern kostet Substanz

Die Kursentwicklung spiegelt den teuren Wandel wider. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 31 Prozent verloren, belastet vom hohen Investitionsbedarf in neue Geschäftsfelder. Neben dem klassischen Druckmaschinengeschäft baut Heidelberg die Bereiche Robotik, Defense und Green Technologies aus.

Im Zentrum steht dabei die Kooperation mit der Schweizer Gesellschaft PHENOGY. Ziel ist der industrielle Roll-out von Natrium-Ionen-Batterien. Die Partnerschaft soll die Abhängigkeit vom zyklischen Druckmaschinengeschäft verringern und einen Fuß in einen wachstumsstarken Energiemarkt setzen.

Am Markt gilt die Personalie Burkhard als Signal für Kontinuität in der Kapitalmarktkommunikation. Die operative Bestätigung muss aber aus den Zahlen selbst kommen. Ob Auftragseingang und Marge die Erwartungen erfüllen, zeigt sich am morgigen Mittwoch.