Rund 31 Prozent Kursverlust seit Jahresbeginn — und jetzt auch noch keine Dividende. Heidelberger Druckmaschinen geht mit einem klaren Signal in die Hauptversammlung am 23. Juli: Das Kapital bleibt im Unternehmen, nicht bei den Aktionären.
Nullrunde trotz Gewinn
Der Vorstand streicht die Dividende vollständig. Dabei ist das Ergebnis auf den ersten Blick gar nicht schlecht: Der Nettogewinn stieg von 5 auf 15 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie kletterte von 0,02 auf 0,05 Euro.
Allerdings rutschte der freie Cashflow auf minus 19 Millionen Euro. Das ist der entscheidende Grund. Das Geld soll in den laufenden Konzernumbau fließen — nicht an die Aktionäre.
Gemischte Zahlen, schwieriger Ausblick
Das Geschäftsjahr 2025/2026 lieferte ein durchwachsenes Bild. Der Umsatz legte leicht auf 2,293 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang sank jedoch um acht Prozent auf 2,246 Milliarden Euro — ein deutliches Warnsignal.
Das EBITDA wuchs um sechs Prozent auf 145 Millionen Euro. Trotzdem fiel die bereinigte EBITDA-Marge auf 6,6 Prozent, nach 7,1 Prozent im Vorjahr. Heidelberg nennt vier Gründe: vorgezogene Aufwendungen für das Verteidigungsgeschäft, den Iran-Konflikt ab Ende Februar 2026, einen ungünstigen Produktmix und Währungsgegenwind.
Für 2026/2027 erwartet das Management einen Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Die Umsätze sollen stagnieren. Die operative Marge soll sich trotzdem verbessern — durch Einsparungen und weiteren Produktionsumbau. Ein Konsortialkredit über 436 Millionen Euro, vorzeitig bis 2030 verlängert, sichert die Liquidität.
Umbau auf drei Ebenen
Heidelberg verlagert Produktion ins Ausland. Das meistverkaufte Modell läuft bereits vollständig im chinesischen Qingpu vom Band. Die Montage in Nordmazedonien wird ausgebaut. Am deutschen Stammsitz Wiesloch-Walldorf entfallen rund 450 Stellen. Bis zu 200 Mitarbeiter wechseln in den neuen Verteidigungsbereich.
Dort liegt die eigentliche Wachstumswette. Heidelberg bündelt Verteidigung, Energie und Ladeinfrastruktur in einer eigenen Gesellschaft. In Brandenburg an der Havel läuft die Produktion bereits. Das Umsatzziel liegt bei 300 Millionen Euro in einigen Jahren — aktuell trägt der Bereich weniger als zwei Prozent zu den Erlösen bei.
Die Aktie notiert bei 1,40 Euro, rund 45 Prozent unterhalb des 52-Wochen-Hochs. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf gut 31 Prozent. Am 19. August folgen die Zahlen zum ersten Quartal 2026/2027 — dann zeigt sich, ob die angekündigte Margenwende erste Spuren hinterlässt.
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