Bei Heidelberger Druckmaschinen häufen sich die Baustellen. Ein neuer Finanzvorstand kommt genau in dem Moment, in dem der Konzern schwache Quartalszahlen präsentiert. Die Aktie reagiert am Mittwoch mit einem Minus von 2,0 Prozent auf 1,41 Euro.
Neuer CFO zum 1. Oktober
Christoph Burkhard wird neuer Finanzvorstand des Druckmaschinenherstellers. Der 62-Jährige übernimmt das Amt zum 1. Oktober. Sein Vorgänger Volker Herdin geht Ende September in den Ruhestand und begleitet die Übergabe.
Burkhard verantwortet künftig Finance, Controlling und Investor Relations. Dazu kommen M&A, Accounting, Legal, Tax und Information Security. Der Wechsel fällt in eine Phase, in der Anleger besonders genau auf Ergebnissteuerung und Cashflow schauen.
Ergebnis bricht ein
Die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 liefern wenig Grund zur Freude. Der Umsatz sank um gut 13 Prozent auf 404 Millionen Euro. Während China, Großbritannien und Brasilien zulegten, brachen die Erlöse in Europa, dem Nahen Osten und Afrika ein.
Der Ergebnisdruck zeigt sich noch deutlicher auf der operativen Seite. Das bereinigte Ebitda fiel von 20 Millionen Euro im Vorjahr auf nur noch eine Million Euro. Unter dem Strich stand ein Verlust von 32 Millionen Euro — deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Der Auftragseingang schrumpfte um knapp vier Prozent auf 537 Millionen Euro.
Management hält an Jahreszielen fest
Trotz des schwachen Starts bestätigt der Vorstand seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Heidelberger Druckmaschinen erwartet einen stabilen Konzernumsatz von rund 2,3 Milliarden Euro. Zusätzlich soll sich die bereinigte Ebitda-Marge gegenüber dem Vorjahr spürbar verbessern.
Diese Kombination wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Umsatzrückgang und Nettoverlust sprechen eigentlich gegen die Jahresziele. Analysten deuten das Festhalten an der Guidance dennoch als Signal: Das Management rechnet damit, dass Kosten- und Margenhebel im weiteren Jahresverlauf greifen.
Umbau zum Technologiekonzern läuft weiter
Parallel zum Personalwechsel treibt der Konzern seine strategische Neuaufstellung voran. Die Übernahme des manroland-sheetfed-Lifecycle-Geschäfts und der POLAR-Produktion erweitert das Kerngeschäft. Zusätzlich erschließt sich Heidelberger Druckmaschinen neue Felder: Energiespeicher und europäische Verteidigung.
Die Tochter HD Advanced Technologies fertigt künftig Batteriespeichersysteme für PHENOGY. Der Konzern setzt damit auf Diversifikation jenseits des klassischen Druckmaschinengeschäfts.
Für den neuen Finanzvorstand Burkhard beginnt sein Amt mit einer klaren Aufgabe. Er muss zeigen, dass sich der Auftragseingang stabilisiert und die operative Marge vom aktuell niedrigen Niveau aus wieder steigt. Die nächsten Quartalszahlen werden erste Hinweise liefern, ob die bestätigte Jahresprognose realistisch bleibt.
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