Erst sorgte der Einstieg in die Drohnenabwehr für Kursfantasie. Nun folgt der finanzielle Kater. Die Heidelberger Druckmaschinen AG muss ihre Gewinnerwartungen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025/2026 nach unten korrigieren. Der Aufbau des neuen Joint Ventures frisst Marge und schickt den Aktienkurs auf Talfahrt.

Margenprognose sinkt

Die bereinigte EBITDA-Marge wird nach vorläufigen Zahlen nur noch bei rund 6,6 Prozent liegen. Ursprünglich wollte der Maschinenbauer den Vorjahreswert von 7,1 Prozent übertreffen. Dieser Rückzieher per Ad-hoc-Mitteilung drückte den Kurs am Donnerstagmorgen zeitweise um fast neun Prozent ins Minus. Später pendelte sich der Verlust bei gut sieben Prozent ein.

Ein wesentlicher Grund für die schwächere Profitabilität sind vorgezogene Aufwendungen für das neue Joint Venture ONBERG Autonomous Systems. Das Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-israelischen Partner Ondas fokussiert sich auf Drohnenabwehr zum Schutz kritischer Infrastrukturen. Erst am Dienstag startete der operative Betrieb in Brandenburg. Diese Nachricht hatte den Kurs noch um über 20 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Nun zeigt sich die teure Kehrseite der Diversifikation.

Externe Bremsklötze

Hinzu kommen geopolitische und operative Belastungsfaktoren. Der Iran-Konflikt bremste die Investitionsbereitschaft der Kunden ab Ende Februar spürbar aus. Ein ungünstiger Produktmix im Schlussquartal und negative Währungseffekte drückten das Ergebnis weiter. Immerhin bleibt das währungsbereinigte Umsatzziel laut vorläufigen Zahlen intakt. Auch der Auftragseingang verläuft nach Unternehmensangaben stabil.

Analysten reagieren verhalten auf die Gewinnwarnung. Warburg Research bestätigte die Einstufung am Donnerstag mit „Hold“. Der Markt preist nun die Anlaufkosten der neuen, als dritte strategische Säule gedachten Rüstungssparte ein. Die endgültigen und geprüften Geschäftsdaten legt Heidelberger Druckmaschinen am 10. Juni 2026 vor.