Die erste Demomaschine des Cartonmaster CX 145 soll ab Anfang April am Hauptstandort Wiesloch-Walldorf in Betrieb gehen — und das, während der Technologiepartner Manroland Sheetfed seit März im Schutzschirmverfahren steckt. Heidelberger Druckmaschinen setzt den Zeitplan trotzdem durch. Das ist nicht nur Routine, sondern ein klares Signal an den Markt.
Kooperation unter Insolvenzschatten
Manroland musste Anfang März ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung anmelden — ausgelöst durch einen massiven Markteinbruch in China, der bei der britischen Muttergesellschaft zu zweistelligen Millionenverlusten führte. Das Verfahren erlaubt dem Unternehmen, den Betrieb unter eigener Führung fortzusetzen, begleitet von einem gerichtlich bestellten Sachwalter — vergleichbar mit dem US-amerikanischen Chapter 11.
Heidelberg hält dennoch am vereinbarten Zeitplan fest. Die Cartonmaster CX 145 basiert auf der Technologie der Roland 900 Evolution und ist vollständig in das Heidelberg-Ökosystem integriert — inklusive Prinect Workflow und Kundenportal. Vertrieb, Installation, Schulungen und Service übernimmt Heidelberg weltweit. Im „Home of Print“ sollen Kunden das System künftig im Live-Betrieb begutachten können.
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Bei Großanlagen ist Kontinuität ein entscheidender Kauffaktor. Das Festhalten am Zeitplan ist insofern auch eine Botschaft an potenzielle Käufer: Die Krise beim Partner gefährdet das Produktportfolio nicht.
Strategische Wette auf Verpackungsdruck
Der Verpackungsdruck gilt als deutlich stabiler als das stagnierende Werbedruck-Geschäft, das Heidelberg traditionell dominiert hat. Die Partnerschaft mit Manroland ist damit strategisch bedeutsam — sie soll helfen, die Abhängigkeit vom klassischen Kerngeschäft zu reduzieren.
Das operative Bild der vergangenen Monate war gemischt: In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2025/2026 stieg der Umsatz um 6,1 Prozent, das bereinigte EBITDA verbesserte sich durch Effizienzmaßnahmen. Allerdings ging der Auftragseingang zurück — ein Warnsignal für die Folgeperioden. Für das Gesamtjahr peilt Heidelberg einen Nettoumsatz von rund 2,35 Milliarden Euro an.
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Auf der Finanzierungsseite hat das Unternehmen zu Jahresbeginn vorgesorgt: Eine neue syndizierte Kreditlinie ersetzt die bisherige und wurde vorzeitig bis 2030 verlängert, das Volumen stieg auf 436 Millionen Euro. Das erweitert den finanziellen Spielraum für die geplante Geschäftsausweitung.
Jahreszahlen im Juni als nächster Prüfstein
Die Aktie notiert heute bei 1,40 Euro — rund 45 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom vergangenen Sommer und deutlich unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts. Das Kurs-Bild spiegelt die Skepsis des Marktes gegenüber der Diversifizierungsstrategie wider.
Den vollständigen Jahresabschluss für 2025/2026 legt Heidelberg am 10. Juni vor, die Hauptversammlung folgt am 23. Juli. Dann wird erstmals messbar, wie stark die neuen Geschäftsfelder zum Gesamtergebnis beitragen — und ob der Cartonmaster CX 145 mehr ist als ein vielversprechendes Ausstellungsstück.
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