Heidelberger Druckmaschinen steckt mitten in einem kostspieligen Umbau — und das hinterlässt Spuren. Für das laufende Geschäftsjahr 2026/2027 erwartet das Management einen Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Die Aktie notiert mit 1,38 Euro knapp über ihrem 52-Wochen-Tief.
Transformation frisst Ergebnisse
Das abgelaufene Geschäftsjahr 2025/2026 zeigt, wie viel der Umbau kostet. Der Umsatz stieg leicht auf 2,293 Milliarden Euro. Der Auftragseingang sank allerdings um acht Prozent auf 2,246 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge rutschte von 7,1 auf 6,6 Prozent.
Dafür gibt es mehrere Gründe: vorgezogene Aufwendungen für das Verteidigungsgeschäft, der Iran-Konflikt ab Februar 2026, ein ungünstiger Produktmix und negative Währungseffekte. Für das kommende Geschäftsjahr kommen Anlaufkosten für neue Geschäftsfelder und hohe Strukturkosten hinzu. Der Vorstand schlägt deshalb vor, die Dividende vollständig zu streichen. Die Hauptversammlung stimmt am 23. Juli 2026 darüber ab.
Produktion wandert ab, Servicegeschäft wächst
Der Konzern verlagert die Produktion seines meistverkauften Modells Speedmaster CX 104 vollständig nach China. Die Montage baut er in Nordmazedonien aus. Am Stammsitz Wiesloch-Walldorf fallen rund 450 Stellen weg. Über 550 Aufhebungsverträge hat das Unternehmen bereits abgeschlossen.
Parallel dazu übernimmt Heidelberger das Lifecycle-Geschäft des insolventen Konkurrenten Manroland Sheetfed. Die Akquisition umfasst das Service- und Ersatzteilgeschäft, rund 600 Mitarbeitende, über 3.000 neue Kunden und die Rechte an der Großformat-Druckmaschine Roland 900. Das Ziel: den Anteil margenstarker Serviceeinnahmen spürbar erhöhen.
Kurs unter Druck, Kredit gesichert
Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 32 Prozent verloren. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,71 Euro — der aktuelle Kurs fast 20 Prozent darunter. Immerhin ist die Liquidität gesichert: Ein Konsortialkredit über 436 Millionen Euro läuft vorzeitig verlängert bis 2030.
Analysten sind gespalten. Ein Experte stufte die Aktie im Juni 2026 zum Kauf ein, ein weiterer zum Halten. Ob der Markt dem Management Zeit lässt, den Umbau in Ergebnisse zu übersetzen, wird die Hauptversammlung Ende Juli zeigen — spätestens dann, wenn die Dividendenentscheidung fällt.
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