Die Aktie von Heidelberger Druckmaschinen zeigt am heutigen Freitag Anzeichen einer operativen und charttechnischen Stabilisierung. Während das Papier im heutigen Handel um 1,6 Prozent auf 1,53 € zulegt, verweisen Marktanalysen auf eine erfolgreiche Bodenbildung in der Zone zwischen 1,30 Euro und 1,40 Euro.

Dieser Trend wird durch die forcierte Neuausrichtung des Unternehmens gestützt, das seine Abhängigkeit vom zyklischen Print-Markt durch den Einstieg in neue Technologiefelder verringern möchte.

Expansion in Drohnenabwehr und Batteriespeicher

Im Zentrum der strategischen Neuausrichtung steht der Aufbau der Sparte „Industrial Solutions“. Ein wesentlicher Baustein ist dabei die Kooperation mit dem Partner Onberg am Standort Brandenburg, um die Entwicklung autonomer Drohnenabwehrsysteme voranzutreiben.

Parallel dazu baut das Unternehmen seine Präsenz im Bereich der Rüstungstechnologie aus. Die Zeit berichtet in diesem Zusammenhang über eine Kooperation mit dem ukrainischen Entwickler Skyeton. Ziel dieser Partnerschaft ist die Produktion autonomer Luft-Boden-Systeme für Überwachungszwecke.

Zusätzlich treibt der Konzern den Einstieg in die Energietechnik voran. Medienberichten zufolge hat die Tochtergesellschaft HD Advanced Technologies ein Joint Venture mit dem Schweizer Entwickler Phenogy gegründet.

Die Zusammenarbeit zielt auf die industrielle Fertigung von Natrium-Ionen-Batteriespeichern ab. Diese Technologie kommt ohne den Einsatz von Lithium und Kobalt aus und soll die Position von Heidelberger Druckmaschinen im Wachstumsmarkt für nachhaltige Energiespeicher festigen.

Stabilisierung im Kerngeschäft trotz Umsatzrückgang

Der radikale Umbau erfolgt vor dem Hintergrund eines herausfordernden Marktumfelds im angestammten Geschäft. Vor gut einer Woche veröffentlichte das Unternehmen die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027, in dem der Umsatz aufgrund einer allgemeinen Investitionszurückhaltung um 13 Prozent auf 404 Millionen Euro sank.

Trotz dieses Rückgangs bestätigte CEO Jürgen Otto die Jahresprognose, die einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres sowie eine Verbesserung der Margen vorsieht.

Um die technologische Kompetenz im Kernbereich zu demonstrieren, bereitet das Unternehmen derzeit das Branchen-Event „SHIFT 2026“ vor, das am 6. und 7. Oktober stattfinden wird.

Im Fokus stehen dabei KI-gesteuerte hybride Produktionsverfahren sowie die Live-Vorführung der digitalen Drucksysteme Jetfire 50 und Jetfire 75. Zur langfristigen Absicherung des Service-Geschäfts trägt zudem die Integration des Lifecycle-Bereichs von manroland sheetfed bei, deren Übernahme bereits vor über einem Monat bestätigt wurde. Mit diesen Maßnahmen versucht das Management, die Ertragskraft zu stabilisieren, während die neuen Geschäftsfelder sukzessive skaliert werden.