Auch Wochen nach Ende der Annahmefrist beschäftigt das Delisting-Angebot der GfBk Gesellschaft für Börsenkommunikation mbH für Heliad-Aktionäre die Anlegerforen. Die Annahmefrist für das freiwillige öffentliche Erwerbsangebot lief vom 28. Juli bis zum 14. August und ist damit bereits abgeschlossen. Dennoch reißt die Diskussion über den gebotenen Preis von 14,25 Euro je Aktie nicht ab.

Deutlicher Abschlag zum ausgewiesenen Substanzwert

Kern der Kritik bleibt die Differenz zwischen dem Angebotspreis und dem zuletzt ausgewiesenen Net Asset Value der Gesellschaft. Zum 31. März wurde der NAV mit rund 29,54 Euro je Aktie beziffert. Gemessen daran erscheint das Gebot der GfBk aus Sicht vieler Marktteilnehmer als deutlich zu niedrig angesetzt – ein Umstand, der die Debatte um eine mögliche Nachbesserung oder ein Spruchverfahren am Leben hält.

Für Anleger, die sich gegen eine Annahme entschieden haben, rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie sich der verbleibende Substanzwert der Beteiligungsgesellschaft künftig entwickelt.

Maßgeblich dafür sind aus Sicht vieler Foren-Teilnehmer vor allem die Kernbeteiligung an flatexDEGIRO sowie die Portfolio-Positionen an ARX Robotics und Burnhard. Von deren Wertentwicklung hängt ab, ob sich das Festhalten an den Aktien langfristig auszahlt – gegenüber der sofortigen, aber aus Sicht vieler Aktionäre unterbewerteten Barabfindung.

Portfolio-Aktivität bleibt bestehen

Dass Heliad trotz des laufenden Delisting-Prozesses operativ aktiv bleibt, zeigte sich bereits im Januar, als sich die Gesellschaft gemeinsam mit Lakestar, Leo Capital und BOOOM als Co-Investor an einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde für das Berliner KI-Startup GeneralMind beteiligte.

Das Investitionsvolumen der Runde lag bei 10,2 Millionen Euro. Solche Engagements untermauern aus Sicht von Beobachtern, dass die Beteiligungsgesellschaft ihre Investitionstätigkeit auch im Umfeld des angestrebten Börsenrückzugs fortsetzt.

Unsicherheit über weiteren Verlauf

Für Anleger, die ihre Aktien nicht angedient haben, bleibt die Situation unübersichtlich. Mit dem Ende der Annahmefrist ist zwar eine formale Etappe des Delisting-Verfahrens abgeschlossen, offen ist jedoch, wie es mit der Notierung und einer möglichen gerichtlichen Überprüfung der Abfindungshöhe weitergeht.

Die deutliche Diskrepanz zwischen Angebotspreis und ausgewiesenem NAV dürfte dabei ein zentrales Argument bleiben, sollte es zu einem Spruchverfahren kommen. Bis dahin richtet sich der Blick vieler Aktionäre auf die weitere Wertentwicklung der wichtigsten Beteiligungen, allen voran flatexDEGIRO, als Gradmesser dafür, ob das Aushalten der Position gegenüber der Barabfindung die bessere Wahl war.