Die jüngste Korrektur der Jahresziele hinterlässt bei HelloFresh deutliche Spuren am Kapitalmarkt. Nachdem das Unternehmen schwächere Kundenzahlen einräumen musste, haben mehrere Analysehäuser ihre Bewertungen spürbar nach unten angepasst. Am gestrigen Dienstag ging das Papier mit einem Abschlag von 2,7 Prozent bei 2,32 Euro aus dem Handel.
Der Kochboxenversender leidet unter einer nachlassenden Dynamik im Neugeschäft. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursminus damit auf 62 Prozent, während Investoren auf greifbare Signale für eine Stabilisierung des Geschäftsmodells warten.
Analysten stutzen ihre Kursziele
Die Reaktionen aus dem Analystenlager folgten prompt auf die veränderten Vorzeichen. Berenberg senkte das Kursziel am Montag von 9 auf 5 Euro, bestätigte jedoch die Einstufung „Buy“. Analyst Trion Reid verwies zur Begründung auf die verhaltene Neukundengewinnung sowie eine gestiegene Skepsis mit Blick auf das Jahr 2027.
Bereits am Freitag hatte die UBS ihre Einschätzung aktualisiert. Analyst Jo Barnet-Lamb beließ das Votum auf „Neutral“ mit einem unveränderten Kursziel von 3,60 Euro. Die enttäuschend verlaufene Back-to-School-Kampagne bestätige bestehende Bedenken hinsichtlich der Umsatzbasis des Konzerns. Medienberichten zufolge stuften weitere Marktbeobachter die Aktie sogar auf Verkaufen herab.
Schwache Nachfrage zwingt zu Korrekturen
Hinter den skeptischen Stimmen steht die Ad-hoc-Mitteilung vom 24. September. Das Management teilte mit, dass die schwächere Neukundengewinnung den erwarteten Umsatzrückgang im dritten Quartal währungsbereinigt auf 11 bis 12 Prozent drückt.
In der Folge passte der Vorstand die Zielkorridore für das Gesamtjahr 2026 an. Beim Umsatz rechnet HelloFresh nun mit einem Rückgang um 9 bis 11 Prozent. Das bereinigte Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (AEBITDA) wird im Bereich von 350 bis 370 Millionen Euro erwartet.
Veränderungen im Aktionariat vor den Quartalszahlen
Parallel zu den operativen Hürden gibt es Bewegungen im Aktionärskreis. Die Bank of America meldete einen Anstieg der Gesamtstimmrechte einschließlich Finanzinstrumenten auf 5,43 Prozent.
Klarheit über den tatsächlichen Geschäftsverlauf sollen die kommenden Zwischenberichte liefern. HelloFresh plant die Veröffentlichung der detaillierten Ergebnisse für das dritte Quartal und die ersten neun Monate des Geschäftsjahres am 5. November. Erst dann wird sich zeigen, wie stark die operativen Gegenwinde das Unternehmen tatsächlich belasten.
Stand heute, 30. September: Hellofresh – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Hellofresh investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 30. September gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

