Jefferies hat Hensoldt diese Woche von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel bei 90 Euro bestätigt. Gleichzeitig hat das Unternehmen eine Übernahme unterzeichnet, ein Milliarden-Investitionsprogramm konkretisiert und zeigt Rekordzahlen im Auftragseingang. Die Aktie legte heute um gut vier Prozent zu — und das Bild dahinter ist vielschichtiger, als ein einfacher Kursanstieg vermuten lässt.
Rekordaufträge, aber eine wachsende Lücke
Das Geschäftsjahr 2025 lieferte beeindruckende Zahlen: Der Auftragseingang sprang um 62 Prozent auf 4,71 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand wuchs auf 8,83 Milliarden Euro. Das Umsatzwachstum hingegen fiel mit knapp zehn Prozent auf 2,46 Milliarden Euro deutlich moderater aus.
Genau diese Schere beschreibt das zentrale Problem. Hensoldts Fertigungskapazitäten können mit der eingehenden Nachfrage schlicht nicht mithalten. Die bereinigte EBITDA-Marge von 18,4 Prozent übertraf zwar das eigene Ziel — doch für Anleger bleibt die entscheidende Frage, wie schnell der milliardenschwere Auftragsbestand in realisierten Umsatz umgewandelt werden kann.
Jefferies sieht genau darin eine Chance. Die Analysten verweisen auf eine Pipeline von über 70 Projektvorschlägen europäischer NATO-Partner für 2026 mit einem potenziellen Gesamtvolumen von rund 48 Milliarden Euro. Besonders hervorgehoben werden die Radar-Systeme TRML-4D und Spexer. Zugleich ist die Bewertung attraktiver geworden: Der Aufschlag gegenüber anderen europäischen Rüstungsunternehmen ist von rund 50 Prozent auf etwa zehn Prozent geschrumpft.
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Kapazitätsausbau auf mehreren Ebenen
Hensoldt reagiert auf den Engpass mit einem breit angelegten Expansionsprogramm. Am 5. März unterzeichnete das Unternehmen die Übernahme des niederländischen Optronik-Spezialisten Nedinsco, der seit rund zwei Jahrzehnten Komponenten für Hensoldts Periskope fertigt. Die Transaktion soll aus bestehenden Mitteln finanziert und bis Mitte 2026 abgeschlossen sein. Die langjährige Partnerschaft dürfte die Integration erleichtern.
Parallel laufen Verhandlungen zur Erweiterung des Standorts Aalen auf dem sogenannten „Triumph“-Gelände. Das Gesamtpaket umfasst außerdem 1.600 neue Stellen im Jahr 2026 sowie Investitionsausgaben von rund einer Milliarde Euro zwischen 2025 und 2027.
Konservative Prognose — und was dahintersteckt
Für 2026 plant das Management einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19 Prozent. Der Mittelpunkt dieser Prognose liegt rund zwei Prozentpunkte unterhalb des aktuellen Analystenkonsens — ein implizites Eingeständnis, dass Kapazitätsgrenzen kurzfristig weiter wirken.
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Jefferies bewertet die Guidance als konservativ, da die Branche üblicherweise substanzielle Vorauszahlungen von Kunden erhält. Rückenwind liefert das strukturelle Umfeld: Deutschlands Sonderfonds von über 108 Milliarden Euro und das EU-Kreditprogramm SAFE mit 150 Milliarden Euro stützen die Nachfrage strukturell. Zuletzt sicherte sich Hensoldt Aufträge über 100 Millionen Euro von Diehl Defence für TRML-4D-Radare im Rahmen der European Sky Shield Initiative.
CEO Oliver Dörre erwarb zuletzt 1.000 eigene Aktien zu 75,25 Euro je Stück. Sein Vertrag wurde vorzeitig um fünf Jahre bis Ende 2031 verlängert. BlackRock meldete eine leicht erhöhte Beteiligung von 5,06 Prozent.
Am 26. März folgt der geprüfte Konzernabschluss, die Quartalszahlen für Q1 2026 werden am 6. Mai veröffentlicht. Beide Termine werden zeigen, ob die laufenden Maßnahmen bei der Auftragsabwicklung bereits messbar greifen.
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