Das Bundesverteidigungsministerium stoppt das Fregattenprogramm F126. Für Hensoldt bedeutet das den Verlust eines Millionenauftrags. Der Aktienkurs reagiert trotzdem mit einer deutlichen Erholung. Das Management hält an den Jahreszielen für 2026 fest.

Ministerium storniert F126, Hensoldt bewertet Folgen

Am 30. Juni 2026 entschied das Ministerium, das Programm F126 nicht fortzuführen. Stattdessen will Berlin Fregatten des Typs MEKO A-200 beschaffen. Hensoldt prüft nun die Folgen für Lieferumfang und Verträge.

Der Gesamtvertragswert für Hensoldt lag bei etwas über 200 Millionen Euro. Mehr als ein Drittel davon hat das Unternehmen bereits als Umsatz verbucht. Für 2026 fehlen nun Erlöse im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

Das betroffene Radarsystem TRS-4D bleibt für Hensoldt kein Auslaufmodell. Die Technik läuft bereits auf anderen Marineschiffen wie der F125 und der K130. Auch international kommt sie zum Einsatz.

Kurs erholt sich von Jahrestief

Die Hensoldt-Aktie schloss am Freitag bei 75,22 Euro. Binnen einer Woche legte das Papier um 9,91 Prozent zu.

Erst am 26. Juni war der Kurs auf ein Jahrestief von 63,12 Euro gefallen. Auf Monatssicht bleibt dennoch ein Minus von 3,81 Prozent.

Zum 52-Wochen-Hoch von 115,10 Euro fehlen der Aktie noch rund 35 Prozent. Der RSI von 52,8 zeigt einen neutralen Markt, ohne Überkauft- oder Überverkauft-Signale.

Rekord-Auftragsbestand stützt die Prognose

Der Auftragsbestand erreichte im ersten Quartal 2026 einen Rekordwert von 9,8 Milliarden Euro. Der Auftragseingang verdoppelte sich im Jahresvergleich auf 1,48 Milliarden Euro. Diese Zahlen relativieren den Wegfall des F126-Auftrags deutlich.

Das Management bestätigt das Umsatzziel für 2026: rund 2,75 Milliarden Euro.

Bei der EBITDA-Marge peilt Hensoldt weiterhin 18,5 bis 19,0 Prozent an. Bei einem anderen Wert hat der Konzern sogar nachgelegt.

Die Prognose für den freien Cashflow steigt von rund 40 auf etwa 50 Prozent des operativen Ergebnisses. Grund sind höhere Kundenanzahlungen aus beschleunigten Beschaffungsprozessen in Deutschland.

Ausblick: Halbjahreszahlen am 31. Juli

Hensoldt ordnet das Ende von F126 in eine größere Neuordnung der maritimen Beschaffung ein. Als Anbieter von Sensortechnik und Führungssystemen sucht das Unternehmen weiter den Austausch mit Werften und der Marine. Die strukturell hohe Nachfrage in Europas Rüstungssektor bleibt Rückenwind für das Geschäft.

Am 31. Juli 2026 veröffentlicht Hensoldt seinen Halbjahresbericht. Investoren richten den Blick dann vor allem auf operative Marge und freien Cashflow.