Hensoldt hebt nach neun Monaten die Umsatzprognose für 2026 an. Der Auftragseingang springt, die Margen ziehen an. Nur beim Cashflow bleibt der Rüstungselektronik-Spezialist im Minus.
Aufträge und Ergebnis im Aufwind
Der Auftragseingang stieg in den ersten drei Quartalen um 76,7 Prozent auf 3,564 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand erreichte mit 10,367 Milliarden Euro einen Rekord. Das Book-to-Bill-Verhältnis verbesserte sich auf 1,9, nach 1,3 im Vorjahreszeitraum.
Der Umsatz wuchs um 21,3 Prozent auf 1,863 Milliarden Euro. Besonders stark legten Luftverteidigung und Servicegeschäft zu.
Beim bereinigten EBITDA zeigt sich der Hebel noch deutlicher: Es kletterte um 33 Prozent auf 281 Millionen Euro. Die Marge stieg von 13,7 auf 15,1 Prozent.
Optronics als Treiber
Beide Segmente legten zu, doch Optronics stach heraus. Der Umsatz stieg um 52,4 Prozent auf 354 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA des Segments sprang von 12 auf 45 Millionen Euro, fast eine Vervierfachung.
Prognose angehoben, Cashflow noch negativ
Der Vorstand rechnet für 2026 nun mit einem Umsatz von rund 2,8 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge soll bei rund 19 Prozent liegen. Das Book-to-Bill dürfte am oberen Ende der bisherigen Spanne landen.
Die Marge muss dafür im Schlussquartal deutlich anziehen. Der Abstand zu den 15,1 Prozent aus den ersten neun Monaten ist beträchtlich, was auf ein starkes viertes Quartal hindeutet.
Schwächer fällt der bereinigte Free Cashflow aus. Er lag nach neun Monaten bei minus 104 Millionen Euro, nach minus 119 Millionen Euro im Vorjahr. Im dritten Quartal drehte er mit 32 Millionen Euro ins Plus.
An der Börse fiel die Reaktion zunächst verhalten aus. Die Aktie notierte am Morgen rund 1,6 Prozent im Minus, während der MDAX gut 1,9 Prozent zulegte. Auf Jahressicht steht ein Minus von rund 13 Prozent, auf drei Jahre ein Plus von rund 188 Prozent. Ob der Markt die Prognoseanhebung im Tagesverlauf höher gewichtet als die Cashflow-Lücke, zeigt sich schon heute im Handel.
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