Hensoldt Aktie: BlackRock kauft weiter

Der Vermögensverwalter BlackRock stockt seine Beteiligung am Rüstungskonzern Hensoldt auf, obwohl dieser mit einer gedämpften Umsatzprognose für 2026 enttäuscht und unter Kapazitätsengpässen leidet.

Hensoldt Aktie
Kurz & knapp:
  • BlackRock erhöht Beteiligung auf über fünf Prozent
  • Rekordauftragseingang trifft auf gedämpfte Umsatzprognose
  • Produktionskapazitäten können Nachfrage nicht decken
  • CEO-Vertrag vorzeitig bis 2031 verlängert

Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock hat seine Beteiligung an Hensoldt erneut aufgestockt – auf nun 5,06 Prozent. Das geschieht in einer Phase, in der der Rüstungselektronikkonzern zwar Rekordaufträge verbucht, aber gleichzeitig mit einer gedämpften Umsatzprognose für 2026 die Börse enttäuscht hat. Die Aktie notiert unter ihren wichtigen gleitenden Durchschnitten und rund 32 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.

BlackRock erhöht Beteiligung trotz Kursschwäche

Am 3. März meldete Hensoldt die aktualisierte Stimmrechtsmitteilung: BlackRock hält nun 5,06 Prozent der Stimmrechte – zusammengesetzt aus 2,96 Prozent direkt gehaltenen Aktien und 2,09 Prozent über Finanzinstrumente. Zuvor lag die gemeldete Beteiligung bei 5,01 Prozent. Der Vermögensverwalter setzt damit seine schrittweise Aufstockung fort, obwohl die Aktie nach der Vorlage der Jahreszahlen unter Druck geriet.

Rekordaufträge treffen auf Kapazitätsengpässe

Die Zahlen für 2025 zeigen die Diskrepanz deutlich: Der Auftragseingang schoss um 62 Prozent auf 4.710 Millionen Euro nach oben. Großaufträge für Luftverteidigungsradare, das Eurofighter-Programm und die P8-Poseidon trieben das Wachstum. Der Auftragsbestand schwoll um ein Drittel auf 8.833 Millionen Euro an.

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Der Umsatz hingegen legte nur um 9,6 Prozent auf 2.455 Millionen Euro zu. Das bereinigte EBITDA erreichte 452 Millionen Euro bei einer Marge von 18,4 Prozent – über der eigenen Zielmarke. Der bereinigte Free Cashflow kletterte auf 347 Millionen Euro, gestützt durch Vorauszahlungen.

Die Guidance für 2026 fällt jedoch zurückhaltend aus: Rund 2,75 Milliarden Euro Umsatz und eine EBITDA-Marge von 18,5 bis 19 Prozent. Der Mittelpunkt dieser Prognose liegt rund zwei Prozent unter dem Analystenkonsens. Die Botschaft ist klar: Die Produktionskapazitäten können mit der Nachfrage nicht Schritt halten.

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Kontinuität an der Spitze

Am 24. Februar verlängerte der Aufsichtsrat den Vertrag von CEO Oliver Dörre vorzeitig bis Ende 2031. Das Signal: Der Konzern setzt auf strategische Kontinuität in einer Phase, in der Kapazitätsausbau und Auftragsabarbeitung zur zentralen Herausforderung werden. Hensoldt hat Investitionen von rund einer Milliarde Euro zwischen 2025 und 2027 angekündigt, um die Kapazitäten auszubauen.

Ausblick: Vom Auftrag zum Umsatz

Die Aktie schloss am Dienstag bei 77,55 Euro und notiert damit unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 83,19 Euro sowie dem 200-Tage-Durchschnitt von 88,30 Euro. Der geprüfte Konzernabschluss wird am 26. März veröffentlicht, die Q1-Zahlen sind für den 6. Mai geplant. Dann zeigt sich, ob der Kapazitätsausbau bereits in messbarem Umsatztempo mündet. Die entscheidende Frage bleibt: Kann Hensoldt das prall gefüllte Orderbuch zügig in Erlöse umwandeln?

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Über Felix Baarz 1996 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.