Hensoldt dreht an der Prognose — nach oben. Der Rüstungselektronikkonzern hebt seinen Ausblick für den bereinigten Free Cashflow 2026 an und sendet damit ein klares Signal über die operative Stärke des laufenden Jahres.
Mehr Geld aus dem Geschäft
Konkret rechnet Hensoldt nun damit, rund 50 Prozent des bereinigten EBITDA als freie Finanzmittel zu erwirtschaften. Bislang waren 40 Prozent geplant. Den Ausschlag geben höhere Kundenanzahlungen, die durch beschleunigte Beschaffungsprozesse in Deutschland begünstigt werden. Der Rüstungsboom in Europa schlägt sich damit unmittelbar in der Liquidität des Unternehmens nieder.
CFO Christian Ladurner formuliert es knapp: Die verbesserte Cash-Konversion spiegele die starke Cashdynamik im Geschäft wider. Man bleibe bei der Kapitalallokation diszipliniert und steuere die Bilanz weiterhin im Einklang mit den kommunizierten Zielen.
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Nedinsco-Übernahme bleibt finanzierbar
Relevant ist die Prognoseanhebung auch vor dem Hintergrund der laufenden Akquisition. Hensoldt übernimmt das niederländische Unternehmen Nedinsco, was die Liquidität belastet. Der höhere Free Cashflow soll die Kaufpreiszahlung nach Unternehmensangaben ausgleichen — der Nettoverschuldungsgrad bleibt damit weiterhin bei rund dem 1,5-Fachen des bereinigten EBITDA. Kein Abweichen von der kommunizierten Bilanzdisziplin, trotz Zukauf.
Alle weiteren Prognoseelemente für 2026 bestätigt Hensoldt: Book-to-Bill-Verhältnis, Umsatz und bereinigte EBITDA-Marge bleiben unverändert im Zielkorridor. Die Cashflow-Anhebung ist also kein Ausgleich für schwächere Kerndaten, sondern ein eigenständiges positives Signal.
Das nächste Bewährungsstück kommt am 31. Juli, wenn Hensoldt die Halbjahreszahlen vorlegt — dann lässt sich prüfen, ob die höheren Anzahlungen sich wie erwartet im Zahlenwerk niederschlagen.
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