Einer der Sieger des Freitaghandels ist die Hensoldt. Die Notierungen sind um 3,2 % geklettert. Es ging um 3 Euro aufwärts, die Aktie erreichte 95,32 Euro. Sie kommt langsam in Schwung, 100 Euro sind nicht mehr weit entfernt.
Dabei sind die Voraussetzungen gut und bestens. Mehr als zehn Milliarden Euro stehen inzwischen in den Auftragsbüchern von Hensoldt. Der Rekordbestand von 10,356 Milliarden Euro zeigt eindrucksvoll, wie stark die Nachfrage nach moderner Verteidigungselektronik derzeit ist. Für die weitere Entwicklung des Konzerns verschiebt sich der Schwerpunkt damit zunehmend von der Frage nach neuen Aufträgen hin zur Umsetzung: Die bereits gesicherten Projekte müssen nun profitabel abgearbeitet und in Umsatz sowie Cashflow überführt werden.

Hensoldt: Die Börsen dürften zufrieden sein und bleiben

Hier zeichneten die jüngsten Halbjahreszahlen noch kein durchweg einheitliches Bild. Der bereinigte Free Cashflow verbesserte sich zwar von minus 181 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf minus 136 Millionen Euro, blieb aber weiterhin negativ. Zudem erfüllte die Umsatzentwicklung die Markterwartungen nicht. Der Nettoverlust ging dagegen deutlich von minus 42 Millionen auf minus elf Millionen Euro zurück. Fortschritte sind somit sichtbar, während die finanzielle Umsetzung des starken Auftragswachstums weiter ein wichtiger Prüfstein bleibt.

Diese Gemengelage spiegelt sich auch in den unterschiedlichen Analystenurteilen wider. JPMorgan erhöhte Anfang August das Kursziel von 85 auf 100 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Neutral“. Jefferies hob sein Ziel ebenfalls von 94 auf 98 Euro an, stufte die Aktie gleichzeitig jedoch von „Buy“ auf „Hold“ zurück. Beide Einschätzungen verdeutlichen die zunehmende Bedeutung der Bewertung: Die langfristigen Perspektiven werden anerkannt, doch ein Teil der positiven Entwicklung könnte bereits im Aktienkurs berücksichtigt sein.

Es gibt Analysten, die jetzt einen Wert von mehr als 100 Euro angeben. Auch das scheint nicht mehr unrealistisch.