Während Hensoldt am Dienstag um 0,55 % auf 80,68 Euro zulegte, richtete sich der Blick vieler Investoren auf die Auswirkungen der veränderten deutschen Marineplanung. Denn mit dem Aus für das F126 Fregattenprogramm verliert Hensoldt einen Auftrag im Gesamtvolumen von etwas mehr als 200 Millionen Euro. Trotzdem hält das Unternehmen unverändert an seinen Finanzzielen fest.
Nach Unternehmensangaben rechnet Hensoldt im laufenden Jahr lediglich mit Erlösausfällen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Ausschlaggebend dafür ist der außergewöhnlich hohe Auftragsbestand. Ende des ersten Quartals lag dieser bei dem Rekordwert von 9,8 Milliarden Euro. Gleichzeitig verdoppelte sich der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr auf rund 1,48 Milliarden Euro. Dadurch kann der Konzern den Wegfall einzelner Projekte deutlich besser abfedern als noch vor wenigen Jahren.
Hensoldt hat kürzlich seine Erwartungen gemeldet
Auch wirtschaftlich sieht sich das Management bestätigt. Für 2026 erwartet Hensoldt weiterhin einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro sowie eine EBITDA Marge zwischen 18,5 % und 19 %. Zusätzlich wurde die Prognose für den freien Cashflow angehoben. Höhere Kundenanzahlungen und schnellere Beschaffungsprozesse sollen dazu führen, dass künftig etwa die Hälfte des wirtschaftlichen Ergebnisses als freier Cashflow erzielt wird. Diese Kennzahl gewinnt für Investoren zunehmend an Bedeutung, weil sie die Finanzkraft unabhängig von einzelnen Projekten widerspiegelt.
Unterdessen rechnen Analysten für 2027 mit einem Umsatzanstieg auf 3,23 Milliarden Euro sowie einem Nettogewinn von 243 Millionen Euro. Gleichzeitig liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten bei 90,30 Euro. Damit sehen die Experten trotz des weggefallenen Marineauftrags weiteres Potenzial. Fraglich ist, ob wirklich alle schon reagiert haben. In den kommenden Tagen scheint die Hensoldt aber gegenwärtig ggb. z. B. der Rheinmetall die besseren Karten zu haben.
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