Für Hensoldt ging es am Freitag zum Wochenschluss 4,92 % abwärts. Das war durchaus kräftig. Der Titel fiel auf nur noch 75,44 Euro, was es zu bewerten gilt. Denn die aktuelle Kursentwicklung steht im Gegensatz zur Einschätzung vieler Analysten, die weiterhin erhebliches Aufwärtspotenzial sehen.
Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 90,97 Euro. Gegenüber dem letzten Schlusskurs ergibt sich daraus ein rechnerisches Potenzial von 20,29 %. Damit zählt Hensoldt weiterhin zu den von Analysten bevorzugten Werten im europäischen Verteidigungssektor.
Hensoldt: Es gibt durchaus sehr positive Stimmen
Zu den jüngsten Einschätzungen gehört die Bestätigung der Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank am 2. Juni. Jefferies bekräftigte ebenfalls eine Kaufempfehlung. Barclays stufte die Aktie dagegen neutral ein. Die Analystenlandschaft bleibt insgesamt aktuell noch immer positiv gestimmt, dabei aber nicht einheitlich.
Wirtschaftlich meldete Hensoldt zuletzt mehrere Projekte. Gemeinsam mit der Deutschen Telekom und der Deutschen Flugsicherung arbeitet der Konzern an einem bundesweiten Drohnenabwehrnetz für kritische Infrastruktur und Flughäfen. Das System soll künstliche Intelligenz nutzen, um Drohnen frühzeitig zu erkennen und Bedrohungen schneller zu bewerten. Die Nachricht gehörte zu den meistdiskutierten Unternehmensmeldungen der vergangenen Tage.
Die fundamentalen Kennzahlen zeigen weiterhin Wachstum. Für 2026 erwarten Analysten Nettoerlöse von 2,75 Milliarden Euro. Für 2027 werden bereits 3,21 Milliarden Euro prognostiziert. Das Nettogewinnniveau soll von 159 Millionen Euro auf 243 Millionen Euro steigen. Parallel sinkt die Nettoverschuldung von 665 Millionen Euro auf 412 Millionen Euro.
Auch die Bewertung entwickelt sich entsprechend. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis sinkt von 53,8 für 2026 auf 37,4 für 2027. Gleichzeitig reduziert sich das Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz von 3,41 auf 2,85. Die Analystenmodelle unterstellen damit eine deutliche Ergebnisverbesserung in den kommenden Jahren. Nur ob das reicht? Zur Erinnerung und Einordnung:
Die Aktie notiert deutlich unter ihrem Höchststand von 115,10 Euro aus dem Oktober 2025.
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