Hensoldt beendete den Freitag bei 76,64 Euro und damit 1,11 % unter dem Donnerstag-Schluss. Geschäftlich erweitert der Rüstungselektronikkonzern derzeit seine Aktivitäten bei der digitalen Vernetzung militärischer Systeme. Die Notierungen haben darauf aber kaum reagiert. Die Enttäuschung am Markt dürfte erheblich sein, dass z. B. die Zinsen steigen. Das reduziert die Phantasie über Aufträge aus den Regierungen, die immer mehr Geld für eigenes Geld zahlen müssen. Kritisch ist u.a., dass es noch keine Hinweise darauf gibt, dass die Hensoldt mit positiven Nachrichten auch an den Börsen glänzen könnte.

Hensoldt: Das ist derzeit sehr kritisch

Vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr erhielt Hensoldt einen Entwicklungsvertrag über rund 15 Millionen Euro für die Bodenstation EUA Optarion. Das System verbindet das Battle Management System der Streitkräfte mit fliegenden Plattformen des Heeres. Einbezogen werden unter anderem die Hubschrauber Tiger, NH90 und CH-53GA. Die Verbindung erfolgt über Software. Bereits eingesetzte Luftfahrzeuge können dadurch zusätzliche digitale Funktionen erhalten, ohne dass dafür physische Umbauten an den jeweiligen Plattformen erforderlich sind. Optarion überträgt dabei Führungsinformationen zwischen den Systemen am Boden und den eingesetzten Hubschraubern.

Beim Tiger hat Hensoldt bereits neue Versionen der IT-Plattform und angepasste Software-Releases umgesetzt. Eine internationale Version der Missionsplanungsstation wurde zudem an einen NATO-Partner geliefert. Ein weiterer Vertrag wird zum Jahresende erwartet. Ein zweites Digitalprojekt entwickelt Hensoldt gemeinsam mit dem KI-Unternehmen Helsing. MDOCore soll Informationen aus unterschiedlichen Quellen in Echtzeit zusammenführen. Die Bundeswehr erprobt die Technik derzeit in Fürstenfeldbruck zusammen mit Lösungen von insgesamt 30 Unternehmen.

Eine Einführung von MDOCore ist ab 2027 möglich. Hensoldt könnte damit sein bestehendes Sensorgeschäft um weitere digitale Gefechtsfeldtechnik ergänzen. Die Bundeswehr sucht in diesem Bereich nach europäischen Lösungen für die Verarbeitung militärischer Daten. Die Kursziele liegen im übrigen weit über dem aktuellen Stand!