Am Dienstag gab die Aktie von Hensoldt bis dato rund -1,3 % nach. Sie kam auf einen Kurs von 90,81 Euro, ist aber weiterhin nur knapp 10 Euro von der Traummarke bei 100 Euro entfernt. Stark!
Hensoldt noch immer gut aufgestellt
Mit dem Ausbau seiner Entwicklungs- und Produktionskapazitäten bereitet sich Hensoldt auf eine anhaltend hohe Nachfrage im Verteidigungssektor vor. Ein zentrales Element ist das neue Software-Kompetenzzentrum bei Stuttgart, das gemeinsam mit Bosch aufgebaut wird. Darüber hinaus sollen rund 300 Bosch-Mitarbeiter übernommen und zusätzliche Fachkräfte eingestellt werden, um den stark gewachsenen Auftragsbestand künftig schneller abarbeiten zu können.
Besonders gut entwickelt sich das Geschäft im Bereich Optronik. Dort schnellte der Auftragseingang um rund 600 % auf mehr als 900 Millionen Euro nach oben, wozu insbesondere Großaufträge für das Puma-Schützenpanzerprogramm beitrugen. Insgesamt verdoppelte sich der Auftragseingang auf rund 2,8 Milliarden Euro, während der Auftragsbestand erstmals die Marke von 10 Milliarden Euro überschritt und damit eine hohe Auslastung für die kommenden Jahre sichert.
Die starke Nachfrage spiegelte sich zuletzt auch in den Halbjahreszahlen wider. Der Umsatz legte um 24 % auf mehr als 1,1 Milliarden Euro zu, zugleich verbesserte sich das operative EBITDA um knapp 29 % auf 137 Millionen Euro. Die bestätigte Jahresprognose sowie die angehobene Zielsetzung für den bereinigten Free Cashflow unterstreichen den optimistischen Blick des Managements auf den weiteren Jahresverlauf.
Die zuletzt positive Kursreaktion fällt mit einer Phase zusammen, in der Analysten zwar weiterhin Potenzial sehen, nach der kräftigen Rally zuletzt aber zugleich vorsichtiger auf die Bewertung blicken.
Nur darin unterscheiden sich derzeit die Einschätzungen der Experten. Jefferies senkte das Rating auf „Hold“, hob das Kursziel jedoch gleichzeitig auf 98 Euro an. JPMorgan bleibt mit „Neutral“ ebenfalls zurückhaltend und nennt ein Kursziel von 100 Euro. Demgegenüber verweist Warburg Research auf die langfristigen Chancen des Unternehmens. Hinzu kommt, dass BlackRock seine Beteiligung ausgebaut hat, was von vielen Marktbeobachtern als zusätzliches Vertrauenssignal gewertet wird.
Auch die Unsicherheiten rund um das eingestellte F126-Fregattenprogramm verändern das Gesamtbild bislang kaum. Nach Einschätzung des Managements bleibt der Einfluss auf das operative Geschäft begrenzt, während die hohe Nachfrage nach Radar-, Sensorik- und Luftverteidigungssystemen die Wachstumsperspektiven des Unternehmens weiterhin maßgeblich mitbeeinflusst.
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