Eine Kaufempfehlung des Analysehauses Jefferies hat der Hensoldt-Aktie am gestrigen Montag spürbaren Rückenwind verschafft. Das Papier legte um 6,1 Prozent zu und beendete den Handelstag bei 84,20 Euro. Analyst Ben Brown stufte den Titel von „Hold“ auf „Buy“ hoch und beließ das Kursziel bei 98 Euro.

Nachlassende Bedenken stützen den Ausblick

Brown begründete die Hochstufung vor allem mit nachlassenden Sorgen hinsichtlich des künftigen Wachstums. Gleichzeitig präsentiere sich der mittelfristige Ausblick des Unternehmens auf einem tragfähigeren Fundament. Die Neubewertung signalisiert am Markt eine wiederkehrende Zuversicht, nachdem die gesamte Branche zuvor unter Druck geraten war.

Damit reiht sich Jefferies in eine Reihe positiver Analystenstimmen ein. Bereits am Freitag hatte Kepler Cheuvreux die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ heraufgestuft und das Kursziel auf 90 Euro festgelegt. Analyst Aymeric Poulain verwies nach der vorangegangenen Sektorabwertung ausdrücklich auf eine günstige Kaufchance.

Zudem stellte er in Aussicht, dass das Unternehmen im dritten Quartal die eigenen Ziele übertreffen und die Jahresprognose anheben könnte. Andere Analysehäuser hoben ebenfalls ihre Kursziele an und nahmen das Papier in europäische Auswahllisten auf.

Vereinbarung zur ukrainischen Luftraumüberwachung

Operativ untermauerte Hensoldt die Geschäftsaussichten gestern mit Fortschritten in Osteuropa. Vorstandschef Oliver Dörre unterzeichnete mit dem Verteidigungsministerium der Ukraine eine Absichtserklärung zur Stärkung der dortigen Luftraumüberwachung. Die Vereinbarung sieht weitere umfangreiche Radarlieferungen vor und beinhaltet die gezielte Weiterentwicklung bestehender Radarfähigkeiten.

Darüber hinaus prüfen beide Seiten den Einsatz sowie den gemeinsamen Betrieb von Weitbereichsradaren des Typs TRL-4D-LR. Für das Unternehmen festigt dieser Schritt die eigene technologische Position bei der Luftverteidigung und unterstreicht die anhaltend hohe Nachfrage nach Radartechnik.

Neunmonatszahlen als nächster Prüfstein

Ob sich die optimistischen Erwartungen der Analysten bestätigen, wird sich Anfang des kommenden Monats herausstellen. Am 5. November veröffentlicht Hensoldt den Quartalsbericht für die ersten neun Monate 2026. Dann wird sich zeigen, ob der Konzern die Erwartungen an das dritte Quartal erfüllen und neue Akzente für das Gesamtjahr setzen kann.