Mit einem Auftragsbestand von über 8,8 Milliarden Euro sitzt der Rüstungselektronik-Konzern Hensoldt auf einem gewaltigen Polster. Um diese Summe zügig in tatsächliche Umsätze zu verwandeln, startet das Unternehmen nun eine weitreichende Investitions- und Einstellungsoffensive. Der jüngste Jahresbericht offenbart, wie kapitalintensiv dieser Kapazitätsaufbau kurzfristig ist.
Die am vergangenen Donnerstag vorgelegten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 zeigen ein klares Bild. Während der Umsatz um knapp zehn Prozent auf 2,455 Milliarden Euro kletterte, schrumpfte der Nettogewinn von 106 auf 86 Millionen Euro. Verantwortlich für diesen Rückgang sind laut Unternehmensführung erhebliche Investitionen in neue Kapazitäten. Strukturelle Engpässe bei elektronischen Bauteilen und ein spürbarer Fachkräftemangel bremsen derzeit die rasche Abarbeitung der Bestellungen.
Personaloffensive in der Autoindustrie
Um die personelle Lücke zu schließen, plant Hensoldt für das laufende Jahr 1.600 Neueinstellungen, vornehmlich an den süddeutschen Standorten. Dabei bedient sich der Konzern gezielt bei der umstrukturierenden Automobilzulieferer-Branche. Eine neue Kooperationsvereinbarung mit dem Technologieunternehmen Aumovio soll bis zu 600 von Stellenabbau betroffenen Beschäftigten in Ulm, Lindau und Markdorf einen nahtlosen Wechsel in die Rüstungsindustrie ermöglichen. Ähnliche Vereinbarungen zur Gewinnung von Systemingenieuren und Softwareentwicklern bestehen bereits mit Continental und Bosch.
Halbleiter-Deal sichert Produktion
Parallel zum Personalaufbau sichert der Konzern kritische Vorprodukte ab. Ein bis 2030 laufender Vertrag mit United Monolithic Semiconductors (UMS) über die Lieferung von 900.000 Gallium-Nitrid-Halbleiterbausteinen soll die störungsfreie Produktion der Hensoldt-Radare garantieren. Insgesamt plant das Management zwischen 2025 und 2027 Investitionsausgaben von rund einer Milliarde Euro. An der Börse wird dieser strategische Ausbau der Lieferkettenresilienz positiv honoriert: Die Papiere notieren heute mit einem Plus von 4,75 Prozent bei 69,45 Euro.
Für das Jahr 2026 peilt das Management einen Umsatz von 2,75 Milliarden Euro bei einer leicht verbesserten bereinigten EBITDA-Marge von 18,5 bis 19,0 Prozent an. Der nächste konkrete Prüfstein für die operative Umsetzung dieser Wachstumspläne folgt am 6. Mai 2026 mit der Vorlage der Ergebnisse für das erste Quartal.
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