Hensoldt zeigt sich weiterhin deutlich schwächer als die operative Entwicklung des Unternehmens vermuten lässt. Am Donnerstag notiert das Papier bei 73,28 Euro und verliert leicht um 0,70 %. Damit liegt der Kurs fast 38 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 117,70 Euro. Gleichzeitig bewegt sich die Aktie nur wenig über ihrem Jahrestief von 63,18 Euro. Die Diskrepanz zwischen Geschäftsentwicklung und Börsenbewertung beschäftigt derzeit zahlreiche Investoren. Während die fundamentalen Kennzahlen neue Höchststände erreichen, bleibt die Kursentwicklung schwacht.

Das ist eine Nachricht

Die Börsen sind aktuell nicht von dem Unternehmen überzeugt. Dabei wurde erst gestern bekannt, dass die Hensoldt sich an einer neuen Finanzierungsrunde vom Projekt Q beteiligen würde. Dieses Unternehmen produziert Verteidigungstechnologie. Es geht um die Koordination von Fähigkeiten über verschiedene „operative Umgebungen“ hinweg mittels einer Open-Source-Softwarelösung.

Generell ist das wirtschaftlich noch nicht zu beurteilen. Aber Hensoldt dürfte sich das leisten können. Die Aussichten im laufenden Jahr bleiben interessant. Denn der Konzern hat (Stand Ende 1. Quartal) ohnehin schon einen Auftragsbestand von rund 9,8 Mrd. Euro erreicht. Das ist ein neuer Rekord. Gleichzeitig verbesserte sich die bereinigte EBITDA-Marge auf 8,9 %. Das Management bestätigte seine Jahresziele und erwartet weiterhin einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro sowie eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 18,5 % und 19,0 %. Besonders positiv wertete der Kapitalmarkt die Anhebung der Cash-Conversion-Prognose von rund 40 % auf etwa 50 %. Diese Kennzahl beschreibt, welcher Anteil des operativen Ergebnisses tatsächlich als freier Mittelzufluss im Unternehmen ankommt.

Die Wachstumsperspektiven bleiben eng mit den steigenden Verteidigungsausgaben in Europa verbunden. Zahlreiche NATO-Staaten investieren Milliardenbeträge in den Ausbau ihrer Luftverteidigung, Sensorik und elektronischen Kampfführung. Hensoldt zählt hier zu den führenden europäischen Anbietern. Besonders Radarsysteme, Aufklärungstechnik und Sensorlösungen gelten als Schlüsseltechnologien moderner Streitkräfte. Hinzu kommen umfangreiche Modernisierungsprogramme bestehender Systeme, die über Jahre hinweg wiederkehrende Umsätze ermöglichen.

Dennoch bleibt die Stimmung an der Börse vorsichtig. Der Abwärtstrend ist noch recht stark, es fehlen mindestens 14 bis 15 %. Analysten hingegen formulieren sehr hohe Kursziele.