Der Chef kauft persönlich, BlackRock stockt auf – doch die Börse reagiert verhalten. Der Grund: Hensoldt meldet zwar ein Rekordauftragsbuch von fast 9 Milliarden Euro, doch die Produktion kommt nicht hinterher. Was auf den ersten Blick wie ein Luxusproblem wirkt, entpuppt sich als struktureller Engpass.
CEO und BlackRock setzen Zeichen
Nur Tage nach Veröffentlichung der Jahreszahlen griff CEO Oliver Dörre selbst zu: Am 27. Februar erwarb er Aktien im Volumen von 75.250 Euro zu einem Kurs von 75,25 Euro. Parallel erhöhte BlackRock seinen Stimmrechtsanteil auf 5,06 Prozent – eine Aufstockung von zuvor 5,01 Prozent. Die Beteiligung setzt sich aus 2,96 Prozent direkt gehaltenen Aktien und 2,09 Prozent über Finanzinstrumente zusammen.
Der Aufsichtsrat verlängerte zudem Dörres Vertrag vorzeitig um fünf Jahre bis Ende 2031. Seit 2024 treibt der Manager die Strategie „North Star“ voran: Skalierung der Produktion, Ausbau des Softwaregeschäfts und fokussierte Internationalisierung.
Rekordaufträge treffen auf Kapazitätsgrenze
Die Zahlen für 2025 zeigen die Diskrepanz deutlich: Der Auftragseingang explodierte um 62 Prozent auf 4.710 Millionen Euro. Großaufträge für Luftverteidigungsradare, das Eurofighter-Programm und die P8-Poseidon trieben das Wachstum. Der Auftragsbestand schwoll um ein Drittel auf 8.833 Millionen Euro.
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Doch der Umsatz legte nur um 9,6 Prozent auf 2.455 Millionen Euro zu. Das bereinigte EBITDA kletterte auf 452 Millionen Euro bei einer Marge von 18,4 Prozent – knapp über der eigenen Prognose von mindestens 18 Prozent. Der bereinigte Free Cashflow erreichte 347 Millionen Euro, gestützt durch Vorauszahlungen.
Das Optronics-Segment verzeichnete ein besonders starkes Wachstum: Der Auftragseingang verdoppelte sich auf 1.585 Millionen Euro, der Umsatz stieg um 20 Prozent auf 419 Millionen Euro. Im Sensors-Segment betrug der Auftragseingang 3.143 Millionen Euro bei einem Umsatzplus von 8 Prozent.
Prognose enttäuscht den Markt
Für 2026 peilt Hensoldt rund 2,75 Milliarden Euro Umsatz an. Die bereinigte EBITDA-Marge soll bei 18,5 bis 19 Prozent liegen. Der Mittelpunkt dieser Prognose liegt rund 2 Prozent unter dem Analystenkonsens – genau das erklärt die verhaltene Reaktion trotz Rekordzahlen.
Die Botschaft ist eindeutig: Die Produktionskapazitäten können mit der Nachfrage nicht Schritt halten. Das Unternehmen hält zwar an seiner Book-to-Bill-Prognose von 1,5x bis 2,0x fest, doch das Wachstum wird nicht durch fehlende Aufträge gebremst, sondern durch industrielle Kapazitätsgrenzen.
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Für die Hauptversammlung ist eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie vorgesehen, nach 0,50 Euro im Vorjahr. Die Auszahlung erfolgt am 27. Mai.
Analysten bleiben gespalten
Das Research-Haus mwb research bestätigt ein Kursziel von 57 Euro und die Einstufung „Sell“. Die Analysten sehen das Engagement im Nahen Osten als finanziell kaum relevant und beziffern den Umsatzanteil der Region auf rund 3 Prozent.
Deutsche Bank-Analyst Christophe Menard zeigt sich deutlich optimistischer: Er bekräftigt ein Buy-Rating mit einem 12-Monats-Kursziel von 101 Euro. Als Treiber nennt er erwartetes Wachstum bei Verteidigungsaufträgen und laufende Investitionen in Radar- und Sensortechnologie.
Geopolitik spielt in die Karten
Die geopolitischen Entwicklungen rücken genau jene Bedrohungsszenarien in den Vordergrund, gegen die Hensoldts Kernprodukte entwickelt wurden. Der TRML-4D-Radar dient als primärer Feuerleitradar des IRIS-T SLM Luftverteidigungssystems, das in der Ukraine bereits ballistische Raketen erfolgreich abgefangen hat.
Die nächsten Quartalszahlen folgen am 6. Mai. Dann muss das Unternehmen zeigen, ob der Kapazitätsausbau greift und die rekordhohen Auftragsbestände effizienter in Umsatz umgemünzt werden können. Die operative Marge von 18,4 Prozent belegt die Profitabilität – doch die Skalierung der industriellen Basis bleibt die zentrale Herausforderung.
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