Nicht das F126 Programm, sondern die Analysteneinschätzungen bestimmen derzeit für etwas weiter voraus denkende Investoren die Bewertung von Hensoldt. Die Aktie notierte zuletzt nach einer guten Woche immerhin auf 75,58 Euro. Über die gesamte Woche beläuft sich der Zuwachs auf immerhin 16,46 %. Am Freitag selbst aber verlor die Aktie 1,79 %. Das ist unbeachtlich. Am Wochenende kam keine neue Nachricht dazu.

Analysten ziehen sich nicht zurück

Der Analystenkonsens ist beeindruckend. Das mittlere Kursziel liegt bei 90,30 Euro und signalisiert ein Aufwärtspotenzial von knapp 20 %. Die DZ Bank bestätigte ihre Kaufempfehlung trotz einer Senkung des Kursziels auf 90 Euro. Als Grund nennt das Institut kurzfristige Unsicherheiten nach der Eurosatory, hält aber an den langfristigen Wachstumsaussichten fest. Auch andere Analysten sehen Hensoldt aufgrund seiner starken Position bei Sensorik und Radartechnik gut aufgestellt.

Die Gewinnerwartungen bleiben entsprechend hoch. Analysten rechnen für 2027 mit einem Umsatz von 3,23 Milliarden Euro nach 2,76 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Nettogewinn soll von 166 auf 243 Millionen Euro steigen. Deutlich verbessert sich die Bilanz deutlich, da die Nettoverschuldung von 665 auf 412 Millionen Euro zurückgehen soll. Das Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz sinkt von 3,4 auf 2,8. Dabei hält Hensoldt trotz der Diskussion um einzelne Marineprojekte an seiner Planung fest. Das Unternehmen erwartet für 2026 weiterhin einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro, eine bereinigte EBITDA Marge zwischen 18,5 % und 19,0 % sowie eine verbesserte Free Cashflow Conversion von rund 50 % des bereinigten EBITDA. Höhere Kundenanzahlungen und schnellere Beschaffungsprozesse in Deutschland sollen diese Entwicklung unterstützen.

Oder anders gesagt: Die Risiken für die Hensoldt nehmen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch aus der Sicht von Investoren nun weiter ab.